Magisches Märchenmysterium
Seit der Wiener Uraufführung 1919 ist «Die Frau ohne Schatten» ein Schmerzenskind des Musiktheaters. Von seinen beiden Autoren maßlos selbstvermessen als «gemeinsames Hauptwerk» geplant, musste das Stück fast zwangsläufig an seiner eigenen Hypertrophie, dem literarisch überfrachteten Libretto von Hofmannsthal und der sinfonisch-illustrativen Musik von Strauss, scheitern. Und doch scheint es uns mehr denn je sagen zu wollen, anders ist das gegenwärtig auffällige Interesse an dieser letzten romantischen Oper nicht zu erklären.
Regisseur Gregor Horres und seine Ausstatterin Sandra Meurer haben für ihre Mannheimer Inszenierung einen Schlüssel gefunden, der die kopflastige Symbolik der synkretistischen Märchen- und Zauberoper ganz der Imaginationskraft der Musik überlässt und das Spiel so einfach wie möglich präsentiert, ohne die verschlungenen Geschicke der beiden ungleichen Paare darum im Mindesten ins Banale abrutschen zu lassen. Sandra Meurers visuell klar strukturierte Szene, eine vom Himmelsrahmen überwölbte quadratische Spielfläche mit einigen wenigen Versatzstücken – Bett, Türsturz, Tisch, Stehpult –, siedelt das Stück in der Entstehungszeit an, auf die auch die Kostüme ...
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Abgesprochen hatten sich die Opernhäuser zwischen Hannover, Frankfurt, Erfurt, Amsterdam und Kiel nicht, innerhalb weniger Wochen Wagners «Tannhäuser» auf die Bühne zu bringen. Doch es gibt einen Anlass, der beflügelnd gewirkt haben könnte. Der achthundertste Geburtstag der Heiligen Elisabeth, die im Jahre 1211 an den thüringischen Hof kam, dort mit Landgraf Ludwig...
Blutrot schießt die virtuelle Gischt in die Höhe, als die Mannschaft des Holländers, kurz vor dem finalen Showdown, ihr «Johohoe!» anstimmt. Vom Winde verweht ist die eben noch von Cheerleadern und reichlich Dosenbier animierte Partylaune der Belegschaft der Fischfabrik Daland & Co. Während das Schicksal in stürmischen Sechzehntel-Wellen über das feiernde...
