Bei Daland & Co.

Barcelona, Wagner: Der fliegende Holländer

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Blutrot schießt die virtuelle Gischt in die Höhe, als die Mannschaft des Holländers, kurz vor dem finalen Show­down, ihr «Johohoe!» anstimmt. Vom Winde verweht ist die eben noch von Cheerleadern und reichlich Dosenbier animierte Partylaune der Belegschaft der Fischfabrik Daland & Co. Während das Schicksal in stürmischen Sechzehntel-Wellen über das feiernde Arbeitsvolk hereinbricht und schon alles wild durcheinander rennt, führen zwei nackte Furien aus dem Corp de Ballet hinter Glas einen erotischen Veitstanz auf.

Merke: Lust und Leid liegen dicht beieinander, wo die Lenden glühen, lodert auch das Höllenfeuer.
Sogar (und gerade) dort, wo sich die Macht des Sexus aufs Oberstübchen beschränkt – wie bei Senta. Natürlich ist ihre Obsession mit dem Holländer ein Hirngespinst. Eine idée fixe freilich, die Senta nach dem Verlust des Angebeteten («Erfahre das Geschick») vollends aus der Bahn wirft. Bis zum zweigestrichenen h treibt Wagner ihre Verzweiflung («Hier steh’ ich, treu dir bis zum Tod!»), bevor sie zum erlösenden Sprung in die Fluten ansetzen darf.
Die psychische und emotionale Energie, die das Projektionsverhältnis zwischen Dalands Tochter und dem Holländer unter Strom setzt, ist ...

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Opernwelt Mai 2007
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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