Maestro-Theater

Leipzig, Puccini: Manon Lescaut

Opernwelt - Logo

Im Rückblick könnte man die neue Leipziger «Manon Lescaut» als symphonisches Vorspiel zum vorläufigen Finale der Querelen um die Zukunft der Oper am Augus­tusplatz lesen. Schon vor der Premiere Anfang Mai hatte es vernehmlich geknirscht im Gebälk des äußerlich fein herausgeputzten Hauses: Riccardo Chailly, seit drei Jahren Generalmusikdirektor und Gewandhauskapellmeister, war not amused, als er von der Berufung Peter Konwitschnys zum Chefregisseur erfuhr.

Eingefädelt hatte den Coup der kommissarische Intendant und Geschäftsführende Direktor Alexander von Maravic – ohne den Musikdirektor vorab zu konsultieren. Als Chailly den Taktstock zu seiner (nach einem «Maskenball») gerade mal zweiten Neuproduktion in Leipzig erhob, war der Betriebsfrieden auf Leitungsebene also bereits empfindlich gestört. So sehr, dass der Italiener nach der letzten von acht Vorstellungen kurzerhand die Opern-Brocken hinwarf, um sich fortan ganz aufs Konzertieren mit dem Gewandhausorchester zu konzentrieren – auf Tournee und in dessen Stammdomizil gleich gegenüber.
So legte der im Groll geschiedene GMD bei Puccinis Bühnenerstling – gespielt wurde erstmals seit einhundertfünfzehn Jahren die Turiner Urfassung ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2008
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Upper West Side Story

Kein New York-Besuch ist wirklich gelungen ohne einen Abend im Lincoln Center. Seit seiner Eröffnung vor fünfzig Jahren gilt es als das amerikanische Zentrum für Musik, Oper, Schauspiel und Tanz. Insgesamt zwölf Organisationen (von der Juilliard School bis zur Metro­politan Opera, dem New York City Ballet über die New York Philharmonic bis zur School of American...

Symphonie der Körper

Kein Bühnenwerk Hans Werner Henzes ist geeigneter, die katalysatorische Rolle seines Schaffens im zeitgenössischen Kunstbetrieb fühlbar zu machen, als die 1966 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführte Opera seria «Die Bassariden». Noch 42 Jahre später zeigt die Münchner Neuinszenierung, wie es um das Stück und seine Wirkung bestellt ist – besonders dank einer...

Liebespaare

Der wahrscheinlich kühnste unter den zahlreichen Versuchen, das «Zaïde»-Fragment zu komplettieren: Die ­israelische Komponistin Chaya Czernowin hat sich vor zwei Jahren im Auftrag der Salzburger Festspiele daran gewagt, Mozarts Musik mit ihren eigenen Klängen zu konfrontieren. Ein interessantes Unternehmen, das in der Kontrastierung durchaus erhellend für beide...