Lob der Bastarde
Bei Shakespeare hat sich nicht nur Verdi bedient. Noch 400 Jahre nach dem Tod des Elisabethaners beleben seine Stoffe und Figuren das Musiktheater. Gerade erst wurde in Wien eine neue Hamlet-Oper (von Anno Schreier) uraufgeführt. In Shakespeares Stücken wirbeln Erhabenes und Triviales, Tragik und Komik, Königshof und Kneipe wild durcheinander. Vielleicht ist es gerade diese produktive Anarchie des Heterogenen, der schwankende Boden, der offene Horizont, die den Dramatiker aus Stratford als Wahlverwandten der Moderne, ja der Gegenwart erweisen.
Deshalb ist er auch für Komponisten unserer Zeit eine unerschöpfliche Quelle geblieben.
Ein bis jetzt unbekanntes Trauerspiel von Shakespeare wurde jüngst im Inseratenteil einer in St. Gallen erscheinenden Zeitung angekündigt. Es hieß nämlich dort, dass im Stadttheater von St. Gallen zur Aufführung gelange: «König Lehar», Trauerspiel in fünf Akten von W. Shakespeare.» Karl Kraus, der auf die Kuriosität stieß, kommentierte sarkastisch: «Da gibts gar nicht zu lachen. Es ist grauenhaft. Der Setzer hat keinen Witz machen wollen ... An ihren Druckfehlern werdet ihr sie erkennen. Was hier zu lesen war, ist ein Shakespeare-Trauerspiel.» So ...
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Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: William Shakespeare, Seite 78
von Gerhard R. Koch
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
GENERALINTENDANT UND GESCHÄFTSFÜHRER: Michael Schmitz-Aufterbeck
GENERALMUSIKDIREKTOR: Kazem Abdullah
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KÜNSTLERISCHE BETRIEBSDIREKTORIN, CHEFDISPONENTIN UND STELLV. DES...
Oper aus dem Internet? Nicht lange her, dass der anspruchsvolle Fan entsetzt die Nase rümpfte. Wackelnde Bilder plus mieser Klang – das wollte sich kaum ein Homo classicus antun. Doch Online-Programme in High-Defintion-Qualität gewinnen stetig an Bedeutung. Nicht nur private Anbieter setzen aufs Netz, um Mitschnitte aktueller und historischer Aufführungen zu...
Impressum
57. Jahrgang, Jahrbuch 2016
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