Letzte Erfüllung?

David Bösch schickt Strauss’ «Elektra» in Antwerpen auf einen Psychotrip, Uwe Eric Laufenberg gibt in Wiesbaden seinen Einstand mit «Die Frau ohne Schatten». Brüssel zeigt die seltene «Daphne»

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Die Musik von Bach bis Richard Wagner und Richard Strauss ist Höhe- und Schlusspunkt göttlichen Menschentums, letzte Erfüllung und Enthüllung des Mythos.» Am 25. Februar 1944 wurde dieser erhaben gestimmte Satz zu Papier gebracht – freilich nicht von einem Parteigänger der Blut-und-Boden-Ideologie, der im Angesicht des drohenden Untergangs verzweifelt die Vormacht der deutschen Kultur beschwor. Einer der genannten Großmeister selbst, der 79-jährige Richard Strauss, hob sich in diesem Eintrag ins persönliche Schreibheft auf das Postament des Vollenders.

Was Bach durch Handwerk und Spiritualität, Wagner durch die mythologische Dimension eines «deutschen» Musiktheaters geschaffen hatten, war im Œuvre von Strauss – nach dessen bescheidener Selbsteinschätzung – zu höchster Entwicklung und abrundender Zusammenschau gelangt.

Man mag sich heute über diese Mischung aus Geltungsbedürfnis und Abschottung gegen alle Gegenwartstendenzen wundern. Das Opernpubli-kum teilt auch ein Jahrhundert nach der Uraufführung von «Elektra», «Der Rosenkavalier», «Ariadne auf Naxos» oder «Die Frau ohne Schatten» mehrheitlich das stolze Geschichtsbild des Komponisten. Der Blick auf drei Neuproduktionen in Hessen ...

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Opernwelt November 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Michael Struck-Schloen

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