Lach- und Schiessmusik

Turnage: Anna Nicole Dortmund / Oper

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Nutzer des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs erinnern sich vielleicht noch an Werbetafeln der Textilfirma H&M, welche die Wartenden zu Beginn der Neunzigerjahre erfreute. Da räkelte sich im schwarzen 10-Mark-BH ein superblondes, super-üppiges Model, halb Marilyn Monroe, halb Anita Ekberg. Die kurvigen Reize der Anna Nicole Smith – so hieß das aufgespritzte Kunstwesen – waren schlicht, aber wirksam. Mit ihnen avancierte sie schnell zum Playmate und Werbeträger, vor allem aber zum Medienstar, der Glanz und Elend des amerikanischen Traums verkörperte.

Sie stammte aus sozial schwierigen Verhältnissen, konnte sich aber durch eine beachtliche Brustvergrößerung selbst optimieren, angelte sich einen Ölmilliardär und avancierte zur Party- und Talkshow-Queen der USA. Als der Ehemann starb, ging es abwärts. Ein Erbschaftsstreit entbrannte, Smith nahm Tabletten, wurde von ihrem Anwalt und Liebhaber Howard Stern gnadenlos vermarktet und musste den Drogentod ihres geliebten Sohnes erleben. Als sie 2007 auf den Bahamas mit erst 39 Jahren an ihrer Medikamentensucht starb, schrieb die «New York Times»: «Sie war dafür berühmt, berühmt zu sein» – ein bissiges Kompliment mit Gespür für den Kern des ...

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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Michael Struck-Schloen

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