Lost in Paradise
Huiiiiiiiiii. Eine Hand sirrt durch den Dschungel. Trifft auf einen stehenden Zierteich, volles Rohr. Splashshshshshshshsh. Zoooooooooom. In Zeitlupe schießt die Fontäne auf, zerstiebt in Myriaden Tropfen, zu einer Glitzerwolke, die direkt vor unserer 3D-bebrillten Nase tanzt. Ein Naturschauspiel aus dem Computer, perfekte Simulation. Unwillkürlich fühlen wir nach, ob noch alles in trockenen Tüchern ist.
Und fragen uns, ob wir noch auf die Bühne des Barbican Theatre schauen oder schon Michel van der Aas virtuellem Zaubergarten verfallen sind – jenem mit modernster Film- und Digitaltechnik erzeugten traurigen Tropenparadies, das, so steht es im Libretto des Bestsellerautors David Mitchell, Körper und Seele des Menschen einsaugt und sein Gedächtnis löscht, bevor er als Mutant in einem Mottenschwarm endet. Nur so, berichtet eine Therapeutin namens Iris Marinus in zwischen c’ und fis’’ mäandernden forte-Tönen, könne die Schöpferin dieser «okkulten Maschine» für sich und ihre Parallelwelt ewiges Leben sichern. Doch sind wir der mysteriösen Queen dieses verwunschenen Cyber-Parks nicht gerade leibhaftig begegnet? Hatte der flüchtige Schatten, der den vertikalen Wasserspiegel aufwirbelte, ...
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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Albrecht Thiemann
Putzig sehen sie aus, die zehn goldgelben Küken, die da auf der Website den Stapel aus Programmbroschüren der Pariser Opéra Comique erobern. Gemeint sind die zehn Teilnehmer des ersten Jahrgangs der neuen, hauseigenen «Academie de l’Opéra Comique»: vier Soprane, drei Tenöre, zwei Bassbaritone und ein Bariton, alle unter 35 Jahre. Sie Küken zu nennen, ist aber...
Der Karikaturist Pier Leone Ghezzo stellte ihn als frechen Bengel dar, und wesentlich über das Bengelalter ist Giovanni Battista Pergolesi denn auch nicht hinausgekommen. Nur sechsundzwanzig wurde er. Ein Frühvollendeter mit enormer Tiefenwirkung in die Zeit hinein. Er gilt als einer der «Erfinder» des galanten Stils; seine Musik wurde – durchaus ungewöhnlich für...
Frau Schellenberger, Sie galten als Überraschungssiegerin bei der Nachfolge für Mörbisch. In Österreich raunt man sich boshaft zu, Sie hätten ein Mitglied der Findungskommission besser gekannt als andere. Was ist da dran?
Unterstellungen dieser Art kamen nur aus einer einzigen Richtung, von jemandem, der es nicht geworden war. Ich wurde einstimmig von den...
