Krampfloses Miteinander
Erstaunlich genug, wenn eine große Opernsängerin nach ihrem Abschied von der Bühne eine zweite Karriere als Theaterleiterin mit Erfolg durchhält. Noch erstaunlicher, wenn sie auch als Inszenatorin immer mehr überzeugt. Nicht erst jetzt, nach dem Ende ihrer Intendanz in Innsbruck, zeigt sich Brigitte Fassbaender als erfahrene, aber auch neugierig-innovative Regisseurin, die zwar die Opern auf der Bühne «gerne wiedererkennt», gleichzeitig aber zu den Bewunderern schärferer Exegeten wie Harry Kupfer oder Calixto Bieito gehört.
Wenn die Künstlerin nun an der Oper Frankfurt «Ariadne auf Naxos» von Strauss inszenierte, war genaues Hinsehen und Hinhören auf Text und Musik zu erwarten – schließlich war Strauss immer eine wichtige Domäne für sie –, aber auch eine mit den Wassern des einschlägigen Regietheaters gewaschene gründlichere und pfiffigere Lesart. Die Erwartung wurde nicht enttäuscht, sondern übertroffen.
Attraktiv schon das propere Bühnenbild von Johannes Leiacker: ganz unverspielt, eher streng in den Proportionen. Die Intention, Vorspiel und Stück enger aneinander zu binden, verhieß vielleicht nichts Himmelstürmendes, brachte aber Beträchtliches. Es war vor allem der Komponist ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Hans-Klaus Jungheinrich
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Fidelio: 1., 14., 20.
– Hänsel und Gretel: 7., 21., 23., 25.
– Schreier, Prinzessin im Eis (UA): 8. (P), 13.,...
Über den Philosophen, Kulturkritiker und Politiker Wagner war im Wagner-Jahr viel zu lesen, über den Komponisten, den Musiker Wagner recht wenig. Zu den rühmlichen Ausnahmen gehört das Buch des Musikwissenschaftler-Ehepaars Melanie Wald und Wolfgang Fuhrmann, das sich mit der Leitmotivik einer zentralen ästhetischen Kategorie von Wagners musikalischer Dramaturgie...
Oscar Wildes Sottise, nur Leute, die ihre Rechnungen auch bezahlten, brauchten Geld, sieht sich nicht erst seit der Banken- und Eurokrise ad absurdum geführt. Denn die Regierungen in aller Welt fordern seit Langem stets mehr und mehr Geld, ohne ihre Rechnungen je wirklich bezahlen zu können. Wobei sie bei der Beschaffung der Mittel durchaus Loges Rat an Wotan,...
