Konzertierte Aktion
Premieren von Humperdincks «Hänsel und Gretel» sind in der Vorweihnachtszeit eher Regel als Ausnahme. Diese jedoch hat es in sich. Sie markiert die Gründung der «Wanderoper Brandenburg» – eine Offensive, die überregionales Interesse verdient. Zur Zeit der Wende gab es in Brandenburg fünf Dreispartenhäuser. Geblieben ist davon ein einziges und mit ihm ein letztes Musiktheater-Ensemble: Cottbus. In Potsdam, Senftenberg und Schwedt existieren nur noch kleine Schauspieltruppen, in Brandenburg und Frankfurt/Oder stehen Mehrzweckhallen ohne Ensemble.
Es sieht ganz so aus, als ob in großen Teilen des Landes Oper, Operette, Musical aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden sind. Weil angesichts der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung der Städte keine Neugründung eines Theaters zu erwarten ist, hat der Regisseur und Hochschullehrer Arnold Schrem die Initiative ergriffen. Seine «Wanderoper» ist ein «Verein für kulturelle Bildung»; keine Geringere als die Sopranistin Edith Mathis gibt ihren Namen als Ehrenmitglied für die gute Sache. Viermal im Jahr will die «Wanderoper» die Landkreise mit Aufführungen besuchen und so eine Grundversorgung bieten, die seit Jahren fehlt. Ein ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Stephan Mösch
Die Zeitgenossen waren sich einig, dass ein Fluch über dieser Oper schwebt. Erst hinderte der Tod den Komponisten Jacques Offenbach 1880 an der Vollendung seiner «Contes d’Hoffmann», dann brannte bei der Wiener Erstaufführung die Hofoper nieder, einige Jahre später auch der Ort der Uraufführung, die Pariser Opéra-Comique. Immer ging wertvolles Aufführungsmaterial...
Diese erste Premiere nach dem Abgang von Kirsten Harms als Intendantin hätte ein Signal des Aufbruchs werden können. Diese Chance wurde verschenkt. Das begann schon mit der Entscheidung für die landläufig gespielte vieraktige Fassung von Verdis «Don Carlo», die zwar musikalisch, aber weniger dramaturgisch stringent ist. Das setzte sich fort mit der Wahl des...
Der Stubenfliegenbengel singt Tenor und ist kreuz-unglücklich. Gerade erst aufgewacht, muss er schon ans Ende denken – in der festen Überzeugung, eine Eintagsfliege zu sein. Und weil Kostas noch längst nicht die Biege machen, sondern lieber mit seinen hippen Krabbelkumpels weiter durch den Großstadtdschungel stromern will, hat er den Blues. Natürlich den...
