Kinderoper statt tragédie lyrique?
Luigi Cherubini? Auch die Fachwelt erinnert sich des Florentiners aus Paris nur sporadisch. Dabei hatte der zu seiner Zeit fast allmächtige Komponist und Direktor des Pariser Conservatoire im letzten Jahr seinen 250. Geburtstag. Sic transit gloria mundi – tatsächlich ist der Ruhm dieser nicht zuletzt für die Entwicklung des modernen Sinfonieorchesters so wichtigen Gestalt allzu schnell verblasst. Die Elsässische Rheinoper leistete einen der wenigen Beiträge zum Gedenkjahr – mit einem Stück, das schon zu Lebzeiten des Komponisten nach wenigen Aufführungen von der Bühne verschwand.
Und in starker Bearbeitung: Die dreieinhalbstündige große Oper «Ali Baba ou Les Quarante voleurs», uraufgeführt 1833, schrumpft zur eineinviertelstündigen Spieloper, interpretiert vom Opernstudio. Kann das funktionieren?
Regisseur Markus Bothe und Pierre Thilloy, der die musikalische Bearbeitung besorgte, haben die komischen Elemente aus dem bekannten Stoff («1001 Nacht») filtriert, so dass aus der tragédie lyrique eine Art launige Kinderoper (mit deutschen Übertiteln) entstanden ist. Cherubinis Melodik ist gewinnend, und auch die durchkomponierten Rezitative schließen ungeübte Zuhörer nicht aus. Ein ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Alexander Dick
Kaum ein Repertoire-Hit ist derart umstellt von Klischees wie «Carmen». An der Bonner Oper verweigert der junge Regisseur Florian Lutz jede Bilderbuch-Spanien-Folklore und spielt allenfalls ironisch aufs Lokalkolorit an, wenn er vereinzelt ein paar Volants und gepunktete Röcke aufblitzen lässt (Bühne und Kostüme: Andrea Kannapee). Stattdessen spitzt er das sattsam...
Die Kriterien für eine «Opera Rara» erfüllt Rossinis 1819 uraufgeführte «Ermione» nur noch sehr bedingt: In mittlerweile drei Aufnahmen ist die «Azione tragica» erhältlich, neben der Pioniereinspielung Claudio Scimones von 1986 zeugen inzwischen auch noch zwei prominent besetzte DVD-Mitschnitte aus Glyndebourne und Pesaro von dem wiedererwachten Interesse an dem...
Das spanische Publikum lernte die Opern Leos Janáceks erst relativ spät kennen. Die Erstaufführungen von «Jenufa» und «Katja Kabanova» fanden 1965 bzw. 1973 in Barcelona statt. In beiden Fällen handelte es sich um Gastspiele tschechischer Ensembles. Der frenetische Beifall, den die Zuschauer in Barcelona und Madrid den aufgezeichneten neuen Produktionen dieser...
