Kein Neuanfang
Wer gehofft hatte, dass sich das seit Jahren in einem künstlerischen Tief befindliche Musiktheater in Münster in der aktuellen Spielzeit endlich zu einem Neuanfang aufraffen würde, sieht sich leider enttäuscht. Der glücklos amtierende GMD Rainer Mühlbach – ein nobler, aber in den Grabenkämpfen des Theateralltags wenig durchsetzungsfähiger Musiker – hatte nach nur drei Spielzeiten das Handtuch geworfen.
Sein Nachfolger Fabrizio Ventura ist ein erfahrener Praktiker und handfester Theatermusiker, was er gleich mit seiner Einstandspremiere, Verdis «Aida», nachdrücklich unter Beweis stellte.
Ventura steuerte die Aufführung sicher durch alle Fährnisse von Verdis Partitur. Die Musik besaß in den Massenszenen dramatische Wucht und Durchschlagskraft, andererseits aber auch die nötige Differenzierung, wenn die Handlung – wie zu Beginn des Nil-Aktes oder im Schlussbild – gleichsam den Atem anhält. Oft fehlte noch die letzte klangliche Feinabstimmung, aber das wird sich im Lauf der weiteren Zusammenarbeit gewiss einstellen.
Nicht zuletzt wünscht man sich, dass Ventura die Sänger stärker in die musikalische Pflicht nimmt. Mark Duffins steifer Radamès war den ganzen Abend viel zu laut und hat ...
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