Jugendstil

Korngold: Der Ring des Polykrates/Violanta Augsburg / Theater

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Das Biotop ist beschattet vom übermächtigen Richard Strauss. Und doch lässt es sich dort gut ernten, zumindest für dieses Haus. Rezniceks «Ritter Blaubart» in der vergangenen Saison, Schrekers «Ferner Klang» zuvor, da lag der Schritt zu Korngold fürs Theater Augsburg nicht fern. Doch dann gleich zur ersten Musiktheateräußerung des damals 18-Jährigen, das ist ein Risiko. Seit 1936 gab es das nicht mehr: «Der Ring des Polykrates» und «Violanta» an einem Abend. Das Einakter-Doppel verblüffte erstmals 1916 das Münchner Publikum.

Und die seinerzeit schon weit entwickelte, origi­nä­re Klangsprache des Teenies ist auch heute ein Erlebnis.

Dass es dramaturgisch noch hakt in diesen Früh-Stücken, ist vor allem beim «Ring des Polykrates» zu spüren. Zwei Paare, Hofkapellmeister Wilhelm und Gattin Laura sowie Assistent Florian und Stubenmädchen Lieschen, werden da von ­einem fragenden Dritten in ihrer Liebe gestört: Ist unhinterfragtes Glück wirklich realistisch? Das ­Libretto von Leo Feld und Vater Korngold trägt schwer an seiner Reimwut; die Handlung, die moussierendes Ideen-Lustspiel sein will, tritt naturgemäß auf der Stelle.

Markus Trabusch, Augsburgs Schauspielchef, findet irgendwie nicht ...

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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Markus Thiel

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