Jenseits der Fächergrenzen
Das gab es noch nie: Eine deutsche Sopranistin gewinnt den auf italienisches Repertoire fokussierten Competizione dell’Opera in der Semperoper. Überhaupt sind deutsche Preisträger selten gewesen bei diesem größten Gesangswettbewerb, der in Deutschland stattfindet. Anja Harteros war 1996 im Finale, gewonnen hat damals Marina Mescheriakova. Später zählten, um bei den Frauenstimmen zu bleiben, Janina Baechle, Daniela Bruera oder Atala Schöck zu den Finalisten bzw. Preisträgern.
Mandy Fredrich, die jetzt reüssierte, hatte wenige Tage vorher auch den zweiten Preis beim Concours Ernst Haefliger in Bern gewonnen, und sie ist ohne Frage ein Stimmphänomen. Für die beiden Wettbewerbe hatte sie unterschiedliches Repertoire mitgebracht. In der Schweiz sang sie Rusalka, Rosalinde und, zur Überraschung der Jury, die Königin der Nacht mit größter Selbstverständlichkeit. Ein satter lyrischer Sopran, der sich aber auch mühelos zu den Koloraturen von «Der Hölle Rache» aufschwingt. In Dresden hatte Mandy Fredrich dann im Finale Donna Annas «Non mi dir» aus «Don Giovanni» zu bewältigen: eine Arie, in der lyrische Qualitäten, diffizilste Koloraturen und eine heikle Ausdrucksskala gefordert sind. Das ...
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