Surreal

Würzburg: Obst: Die andere Seite

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Es ist ein starkes Bild, das haften bleibt: Ein schier nicht enden wollender Menschenstrom hastet an einer riesigen Uhr vorbei, deren Zeiger sich viel zu schnell und rückwärts drehen. Wo sind wir? Was bedeutet das? Die Szene steht beispielhaft für das, was sich in den 18 Szenen mit Prolog und Epilog von Michael Obsts Stück «Die andere Seite» abspielt. Rund 100 Minuten dauert die anspruchsvolle und spannende Literaturoper, die das Mainfrankentheater zum Saisonstart uraufgeführt hat.



Der gleichnamige Roman des Zeichners und Illustrators Alfred Kubin von 1909 gilt als Klassiker der fantastischen Literatur. Was Komponist Michael Obst, sein Librettist, der Würzburger Intendant Hermann Schreiber, und Regisseur Stephan Suschke aus der Vorlage destilliert haben, kann sich hören und sehen lassen, selbst wenn man auf Anhieb beileibe nicht alles versteht. Letzteres ist der psychologisch aufgeladenen, auf mehreren Ebenen lesbaren Handlung geschuldet – und der leider fehlenden Übertitelung.

Im Zentrum steht ein Zeichner, der auf Einladung eines Schulfreundes in dessen Traumreich am anderen Ende der Welt reist. Dort muss er erleben, wie seine zunehmend verstörte Frau stirbt, während die ...

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Opernwelt November 2010
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Monika Beer

Vergriffen
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