Intrige im Mädchenpensionat
Der Umstand, dass zu einigen Nummern des Librettos keine Musik von Purcell erhalten ist, hat bei «Dido and Aeneas» schon zu mancherlei Lückenschließerarbeit geführt. Howard Arman, Chordirektor des MDR Rundfunkchors in Leipzig und des Salzburger Bachchors, hatte in Luzern nicht nur die musikalische Leitung inne, er komponierte auch ergänzende Passagen neu. So schrieb er Musik für einen Prolog, Tanzeinlagen und einen Sprechchor für die Hexen im zweiten Akt.
Indem er in klassizistischer Manier musikalische Wendungen à la Purcell aufgriff, die schrittweise in eine moderne Klangsprache hineingleiten, sollte die Nähe zum Original gewahrt werden. Zugleich aber versuchte Arman auch der Luzerner Inszenierung gerecht zu werden, die mit mehreren Zeitebenen spielt. Das Continuo (Cembalo, Harfe und Theorbe) ergänzte Arman mit Klavier und Celesta, beschränkte sich aber ansonsten auf den originalen Streichersatz. Während die neu komponierte Musik mit ihren alt-neuen Stilexperimenten den Hörer eher ratlos ließ, unterhielt Stephan Müllers Inszenierung das Publikum vorzüglich.
In einem englischen Mädchenpensionat der jüngeren Vergangenheit lebt die Lehrerschaft mit den rigiden Verhältnissen des ...
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