In Bestform
Achtzehn Koproduzenten weisen die fünf Premieren des Festivals in Aix-en-Provence diesen Sommer auf. Da schwant einem nichts Gutes. Das nach Salzburg und Bayreuth bedeutendste Opernfest in Europa als routinierte Probebühne für das, was in der folgenden Saison über die gesammelten Musiktheater-Bühnen tingelt? Oper – auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht? So sieht man im Midi denn auch in mancher Saison eher glatte, allseits verwendbare Produktionen, die wenig Mut zeigen, die vor allem aufs Funktionieren und Gefallen aus sind. Und die nichts speziell Südfranzösisches mehr haben.
Dabei war das einmal die Marke dieses Mozart-Mekkas unterm Sternenhimmel. Tempi passati, seit Stéphane Lissner das müde gewordene Festival von Aix Ende der Neunzigerjahre übernahm und effektiv modernisierte.
Natürlich muss auch sein Nachfolger an dem einmal eingeschlagenen Weg festhalten, zumal es seit dem enttäuschenden Rattle-«Ring» mit den Berliner Philharmonikern auch das große, hässliche Grand Théâtre de Provence zu bespielen gilt. Ohne Koproduktionsgelder wäre das Budget nicht zu halten – und das künstlerische Niveau auch nicht, das man natürlich auf keinen Fall absenken will. Aber Bernard ...
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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Manuel Brug
Götter mögen keine Kekse. Deshalb bringen die Menschen in den Longshan-Tempel Äpfel mit, auch Bananen, Papaya und Blumen. Viele der Götter, die hier versammelt sind, scheinen gemischte Teller zu bevorzugen: Je bunter die Opfergaben, desto bereitwilliger werden Gebete erhört. Kekse gibt es trotzdem – zur Stärkung der Gläubigen und zur Stärkung der Tempelkasse. Wer...
Der Fortbestand des Opernensembles der Wuppertaler Bühnen ist gefährdet. Der designierte Opernchef und Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka, der das Sinfonieorchester Wuppertal bereits von 2004 bis 2009 als Chefdirigent leitete, will in Zukunft laut Medienberichten auf ein festes Sänger-Ensemble verzichten. Erst vor vier Jahren war das Opernhaus im Stadtteil...
Welch ein Finale! Ein berückendes Streicherflirren, ein opalisierendes Flimmern, ein Farbenfunkeln im verschwebenden Pianissimo, unterwegs ins Wesenlose. Lautenklang mischt sich drein, Schalmeienton, Oboenkringel, vor allem aber die altertümlich, ja, fast exotisch wirkende Viola pomposa. Und: Frauenstimmen von fern. Ein immerzu changierendes Band der Tonpoesie....
