Immer noch Neues vom Maestro Orgasmo

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Hector Berlioz ging mit seinem erfolgreichen Kollegen Gaetano Donizetti einmal hart ins Gericht, indem er ihm vorwarf, aus der Musik «eine Art Kartenspiel (zu machen), aus dem er hier ein Herz-Ass verteilt, dort ein Treff-Ass oder einen Carreau-Buben». Der Vorwurf zielte auf die Neigung des Italieners zum musikalischen Recycling, die freilich in einer Epoche raschester Opernproduktion nichts Ungewöhnliches war.

Fast achtzig Opern in fünfundzwanzig Jahren zu schreiben, ist schon eine Leistung, und dass der Hörer von heute auch durch Donizettis Wiederholungen und Selbstzitate nie gelangweilt wird, nimmt er als eine wesentliche und erfreuliche Erfahrung aus der Begegnung mit einigen bis dato unbekannten Stü­cken mit, die in den letzten Monaten erstmals auf CD veröffentlicht wurden.
Über ein Jahrhundert in Vergessenheit ­geraten und auch im Zuge der Donizetti-­Renaissance nur am Rande beachtet, erfährt die zwei Jahre nach der «Lucia di Lammermoor» entstandene, bei der Premiere in Venedig (1837) eher reserviert aufgenommene «Pia de Tolomei» plötzlich eine Ehrenrettung im großen Stil. Nicht weniger als drei Aufnahmen kamen jüngst auf den Markt. Bongiovanni legt eine dreißig Jahre alte ...

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Opernwelt Dezember 2005
Rubrik: CDs, Seite 62
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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