Im Sturm

Freiberg | Floyd: Wuthering Heights

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Die zweite Oper des amerikanischen Komponisten Carlisle Floyd verdankt ihr Dasein einem Zufall. Nachdem sein Erstling «Susannah» in New York freundlich angenommen worden war, hatte die Sängerin der Titelrolle um eine wirkungsvolle Konzertarie gebeten. Floyd griff kurzerhand auf einen Text zurück, den Schauspielerinnen damals gern zum Vorsprechen benutzten: eine hochdramatische Passage aus Emily Brontës Roman «Wuthering Heights».

Nach dem Konzert stürzten, so erinnert sich der Komponist, mehrere Operndirektoren hinter die Bühne und suchten zu erfahren, wie denn «der Rest der Oper» sei. Unter größtem Zeitdruck dampfte Floyd den Roman auf ein bühnenpraktikables Maß ein und orientierte sich dabei weitgehend am Handlungsfaden eines 1939 gedrehten Spielfilms.

Dieser Film (mit Laurence Olivier und Merle Oberon in den Hauptrollen) erzählt die Liebe des jungen Waisen Heathcliff zu seiner Stiefschwester Catherine als epische Rückblende der Haushälterin von «Wuthering Heights». Sechzehn der vierunddreißig Romankapitel sind hier auf einhundert Filmminuten gebracht. Floyd übernahm diesen Romanausschnitt auch für sein Libretto, würzte die Handlung etwas schärfer und verzichtete nach mehreren ...

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Opernwelt April 2012
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Martin Morgenstern

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