Im spirituellen Kraftfeld
Es ist ganz normal, dass ein Werk mit sakralem Inhalt in einem sakralen Raum uraufgeführt wird. Dennoch haftete der Premiere von Wilfried Hillers «Der Sohn des Zimmermanns» etwas Besonderes an: Das Auftragswerk der Abbé-Vogler-Musikstiftung wirkte im Kiliansdom auch deshalb ergreifend, weil es punktgenau überging in das um 21.20 Uhr anhebende Glockengeläute zum 65. Jahrestag der Zerstörung Würzburgs.
Dass seine «Szenen nach dem Neuen Testament» so enden würden, war dem inzwischen 69-jährigen Komponisten schon klar, als er vor fast fünf Jahren mit der Dramaturgin Elisabeth Woska und dem Librettisten Winfried Böhm die Arbeit an dem Stück begann, das als Oper und nicht als Oratorium angelegt ist. Vom Mainfranken-
theater ist eine szenische Aufführung bereits angedacht. Man könnte dann auf all jene Mitwirkenden zurückgreifen, die es in einem herkömmlichen Opernorchester nicht gibt. Denn das Instrumentarium ist außergewöhnlich. «Ich bin in einem Alter», sagte Hiller in einem Interview vorab, «wo einem das egal sein darf, ob es so eine Besetzung in einem Opernhaus gibt». Also hat er für Instrumente geschrieben, die er bevorzugt. Vier Percussionisten spielen 78 verschiedene ...
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«Bühnenregie hieß der Schlüssel zu dem Geheimnis, durch das sich meine Intendanz der Metropolitan von den Intendanzen früherer Jahre unterscheiden sollte», schreibt Rudolf Bing in seinen Memoiren. Drei Wochen Proben für die Eröffnungspremiere «Don Carlos» im Herbst 1950, das muss für New Yorker Verhältnisse eine Sensation gewesen sein. Der für die Rolle des Posa...
Die Hürde jeder «Tannhäuser»-Aufführung steht am Anfang. Für den Venusberg hat Wagner zunächst eine brave Version geschrieben, die sich ganz an den Dialog hält: Der sinnessatte Minnesänger versucht zu Rezitativischem und einem erweiterten Weber-Orchester von der Göttin der Liebe loszukommen. Später, für Paris, komponierte Wagner an dieser Stelle viel Musik dazu,...
Offenbach – das ist selbst für Fachleute immer noch allein der Schöpfer des «Hoffmann» und der Offenbachiade, der satirischen Operette. Erst allmählich dämmert es, dass sein neben vielem anderen über 110 Bühnenwerke verzeichnender Œuvre-Katalog (die zum Teil erheblich abweichenden Zweit- und Drittfassungen einzelner Werke nicht mitgezählt) von einer ungeahnten...
