Im Puppenheim
Laurent Spielmann, Intendant der Opéra National de Lorraine in Nancy, dient sich seinem Publikum nicht mit einem populären Spielplan an. In dieser Saison stach die musikalisch und szenisch hochinteressante und qualitätsvolle Aufführung von Zemlinskys «König Kandaules» hervor (siehe OW 5/2006). Auch eine barocke Rarität fand sich mit Desmarests «Venus et Adonis» (siehe OW 6/2006), die durch die Mitwirkung des Dirigenten Christophe Rousset und seines «Talens Lyriques»-Ensembles speziell musikalisch auf höchstem Niveau stand.
Jetzt Bergs «Wozzeck» in der Inszenierung Michel Deutschs und Jean-Marc Stehlés. Man hat das Werk in den letzten Jahren in oft extrem experimentellen Formen gesehen. Der von Büchners Drama herkommende Realismus des Werkes schien ausgedient zu haben. Deutsch und Stehlé vertrauen diesem Realismus wieder. Das hat seine Tücken. Büchner und auch Berg beschwören eine magische Realität, mit oft unheimlichen, hintergründigen und vielsagenden Bildern und Symbolen: der blutrote Mond, der übersteigerte Popanz Tambourmajor, die Messer-Chiffre – die bei Büchner besonders signifikant erscheint. In Nancy gelingen auf diese Weise einige eindrucksvolle Bilder und Szenen: das ...
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Das Etikett des Wagner-Epigonen heftete ihm bereits die zeitgenössische Kritik ans Revers. Und ganz unlieb war Max von Schillings (1868-1933) diese Bezeichnung wohl nicht, verstand er sich selbst doch als ernsthaften Nachahmer – wenn nicht Nachfolger – des Bayreuther Hügelherrn. In seiner zweiten, 1899 uraufgeführten Oper «Der Pfeifertag», einem «Spielmannsscherz...
Zwischen «heroischer Komödie» und «trauriger Operette» – Philipp Himmelmanns Bremer Bühnenrealisierung zeigt, getragen von Hermann Feuchters Bild- und Gesine Völlms Kostümentwürfen, viele Facetten des «Don Quichotte»: Die parodistisch auftrumpfende Farbigkeit der Szenen um Dulcinée, den in strenger Schwarz-Weiß-Manier gehaltenen Kampf mit den Windmühlen, den...
Herr Gallo, Sie sind dem deutschen Publikum seit vielen Jahren ein Begriff, aber über Ihre Anfänge ist hier nicht viel bekannt. Wie sind Sie zum Singen gekommen?
Gesungen habe ich schon immer, zuerst vor allem Popmusik, ein paar Jahre auch professionell. Als ich später am Konservatorium Kontrabass studierte, riet mir ein guter Freund, meine Stimme ausbilden zu...
