Wahlverwandtschaften
Herr Gallo, Sie sind dem deutschen Publikum seit vielen Jahren ein Begriff, aber über Ihre Anfänge ist hier nicht viel bekannt. Wie sind Sie zum Singen gekommen?
Gesungen habe ich schon immer, zuerst vor allem Popmusik, ein paar Jahre auch professionell. Als ich später am Konservatorium Kontrabass studierte, riet mir ein guter Freund, meine Stimme ausbilden zu lassen. Bis dahin hatte ich nie an die Möglichkeit gedacht, Opernsänger zu werden, und die Oper auch nie geliebt. Schon der Gedanke schien mir bizarr, vom Jazz zur E-Musik zu wechseln.
Doch es gibt im Leben manchmal wichtige Begegnungen, die plötzlich alles ändern. Ich hatte das Glück, in Elio Battaglia einen Lehrer und später auch Freund zu finden. Er hat die deutsche Liedkunst in Italien eingeführt, und er hat auch mich zum Kunstlied und zur Oper geführt, nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich. Er führte mich zu einem Gesangsstil, der meinem bisherigen total entgegengesetzt war. Die ersten anderthalb Jahre haben wir die Oper nicht berührt, sondern nur Lieder studiert, deutsche Kunstlieder, und es war für mich leichter, von Sinatra und Bernstein zu Schubert und Schumann zu wechseln, als gleich «Lucia di Lammermoor» ...
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Seit 1997 bietet das «Festival Amazonas de Ópera» jährlich ein mit Bedacht gemischtes Programm, darunter nicht nur das gängige Repertoire, sondern etwa im Vorjahr den in grandios konzentrierter Anstrengung gestemmten «Ring»-Zyklus, die erste brasilianische Gesamtaufführung (siehe OW 7/2005). Natürlich finden sich auch Werke einheimischer Komponisten, von Carlos...
Das Etikett des Wagner-Epigonen heftete ihm bereits die zeitgenössische Kritik ans Revers. Und ganz unlieb war Max von Schillings (1868-1933) diese Bezeichnung wohl nicht, verstand er sich selbst doch als ernsthaften Nachahmer – wenn nicht Nachfolger – des Bayreuther Hügelherrn. In seiner zweiten, 1899 uraufgeführten Oper «Der Pfeifertag», einem «Spielmannsscherz...
«Ein wundervolles Paar waren die Nibelungen Mime Herr Breuer und Alberich Herr Friedrichs. Doch beide verfielen oft aus dem Gesangston in den Sprechton, in ein vollständiges Deklamiren. So empfindlich ich sonst gegen solche Stilwidrigkeiten bin – hier kam etwas außerordentlich Charakteristisches dabei heraus. Ich würde dieses Umstandes gar nicht Erwähnung thun,...
