Im Focus der Opernwelt: März 2010
Filmemacher haben bislang meist versagt, wenn sie sich an der Oper versuchten. Der choreografische Blick dagegen hat immer wieder zu erstaunlichen Impulsen geführt. Bei Rameau, dessen Komödie «Les Paladins» Arila Siegert jetzt in Düsseldorf auf die Bühne brachte, gehört die Verschränkung der Medien ohnehin zur Sache selbst. In Wiesbaden profitierte Verdis burlesk-weiser «Falstaff» von der klaren Personenregie des Choreografen Christian Spuck. Und an der niederländischen Reisopera in Enschede setzte die Regisseurin Monique Wagemakers im «Ballo in maschera» auf Körpersprache.
Aber auch ein genuiner Opernmann wie John Dew kann aus stilisierten tableaux vivants Funken schlagen. Es liegt so nah und war doch eine grandiose Idee: Carl Orffs von ihm selbst verurteiltes Jugendstück «Gisei» mit seinem Spätwerk «De temporum fine comoedia» zu kombinieren. Das Staatstheater Darmstadt hat daraus einen wichtigen Abend gemacht. Choreografisch gedacht war auch vieles in der neuen Hamburger «Lucia di Lammermoor». Dass sie nicht funktionierte, hat andere Gründe. In Kopenhagen spielt man das große Venusberg-Ballett des «Tannhäuser», während Halle auf die Dresdner Fassung setzt (mit Bayreuths ...
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In Darmstadt wurde Orffs «Gisei» aus dem Jahre 1913 uraufgeführt - Anmerkungen zu diesem «jugendlichen Schiffbruch», wie Orff selbst sein Frühwerk bezeichnete, finden Sie hier.
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Herr Loebe, die ersten fünf Frankfurter Premieren in Ihrer Verantwortung waren Schuberts «Fierrabras», Brittens «The Turn of the Screw», Schrekers «Schatzgräber», Strauss’ «Frau ohne Schatten» und «Walzertraum» von Oscar Straus. Das Publikum hat diesen Mut offenbar honoriert. Wie haben Sie die Wende geschafft?
Wenn es kritisch wird, ist die Flucht nach vorn das...
