Im Focus
Der Focus dieses Heftes ist zu einem großen Teil Uraufführungen gewidmet. Bei der Münchener Biennale, deren Zukunft ab 2014 noch offen ist, reichte das ästhetische Spektrum vom Klangsandkasten über ein schauriges Scherzo bis zur stufenlosen Vermischung von Vokal- und Instrumentalklang. Theater war jedoch kaum dabei. Auch Enno Poppes in Schwetzingen uraufgeführtes neues Stück tut sich schwer mit dem Theater und ist vorsichtshalber als «Testbatterie» ausgegeben.
Dagegen finden Reflexion und Emotionalität
in Olga Neuwirths «The Outcast» zusammen – uraufgeführt am Nationaltheater Mannheim. Der andere große Teil des Focus gehört Georg Friedrich Händel, genauer: den jüngsten Versuchen mit seinen Werken bei den Festspielen in Göttingen und Halle, aber auch in Basel und Berlin. Außerdem auf den folgenden Seiten: eine Analyse der neuen «Wozzeck»-Aufführung in Stuttgart und ein Vergleich zwischen den «Siegfried»-Premieren in München und Sofia.
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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von
Die Händel-Festspiele Göttingen befinden sich im Umbruch. Im November 2011 trat Laurence Cummings die Nachfolge Nicholas McGegans als Leiter des ältesten Barock-Festivals nicht nur Deutschlands, sondern der Welt an. Der 43-jährige Cembalist und ehemalige Kathedral-Chorknabe aus Birmingham hat die kleine Universitätsstadt im Sturm erobert. Mit seiner Überzeugung,...
Quel nez, was für eine Nase», schwärmt Miraculix, der Druide. Und in der Tat: So, wie Albert Uderzo die Kleopatra zeichnete, mit ihrem kecken Näschen, haben wir sie noch in bester Erinnerung. Obwohl der diesbezügliche Astérix-Cartoon nun auch schon fast ein halbes Jahrhundert alt ist. Wer aber war diese vermeintliche Femme fatale, die durch die Jahrtausende ein...
Streng geht es in Olga Neuwirths neuer Oper «The Outcast» zu, einem Auftragswerk des Nationaltheaters Mannheim. Ironische Postmoderne wie in Enno Poppes vier Wochen zuvor im nahe gelegenen Schwetzingen uraufgeführtem Intelligenzquotenspiel «IQ» ist ebenso wenig beabsichtigt wie geschmäcklerische Neoromantik à la Thomas Adès. Neuwirth geht aufs Ganze – übrigens auch...
