Im Dreiländereck

Wie sich das Theater Aachen binnen weniger Jahre von der grauen Maus zum Geheimtipp mauserte

Opernwelt - Logo

Wer in Aachen in die Oper will, muss sich auf eine Insel begeben. Eine Art «Ile du Théâtre», denn der weiße Bau mit seinem Säulen-Entrée ist zu allen Seiten von Straßen umgeben. Man hat eine der dicht frequentierten Kreuzungen zu überwinden. Ein stadtplanerischer Unglücksfall?
Als der Bau in den frühen 1820er Jahren Gestalt annahm – nach Plänen, die Friedrich Schinkel, damals Staatsbau­minister, überarbeitet hatte –, war das große Verkehrs-Spektakel nicht absehbar.

Heute ist das ein wunder Punkt, den Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck gern abgemildert wüsste, da der Vorplatz, von der unglücklichen Umgebung abgesehen, durchaus zum Verweilen einlädt. Das Theater als Mittelpunkt, am Tag wie am Abend – so ungefähr lautet eine der Visionen des neuen Hausherrn, dem es an Ideen nicht mangelt, seit er das Haus in der Spielzeit 2004/05 übernommen hat.
Bis dahin hatte Paul Esterhazy dem Aachener Theater für vier Jahre vorgestanden und in dieser Zeit manchen Strauß mit den politischen Gesandten der Stadt ausgefochten. Große Summen möglichen Einsparpotenzials waren auf kommunaler Seite ausgemacht worden, Esterhazy kämpfte um Renommee und Erhalt des Hauses – mit dem Ergebnis, dass die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2007
Rubrik: Theaterporträt, Seite 76
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Aus dem Fundus

Warum Düsseldorfs Opernchef Tobias Richter als letzte Neuproduktion für die räumlich beengte Ausweichspielstätte RheinOperMobil ausgerechnet Charles Gounods «Faust» auf den Spielplan setzte, bleibt auch nach Besichtigung des musikalisch-szenischen Ergebnisses eine offene Frage. Nicht die frühe Dialogfassung von 1859 wird gespielt, sondern die erheblich erweiterte,...

An der Oberfläche

«Wir fragen uns heute, wie es möglich sein kann, anders zu arbeiten.» Mariame Clément, die junge franco-iranische Regisseurin, die seit ihren Debüts in Biel, Lausanne, Bern, Lübeck und Straßburg mit einer Überfülle an Einfällen, kleinen Geschichten und feinen Assoziationen auffällt, hat in ihrer kurzen Karriere bisher meist mit der Ausstatterin Julia Hansen...

Seelenverwandte

Der Schwarz- und Graumarkt ist ein finstres Fass – allerdings mit zahlreichen Löchern durchbohrt, so dass selbst vermeintlich streng gehütete Geheimnisse längst in die weite Welt entweichen konnten. Dazu zählt etwa der 1953 in Bayreuth mitgeschnittene «Ring» unter Clemens Krauss. 1953 dirigierte Krauss dort zum ersten Mal Wagners Tetra­logie, im Folgejahr hätte ein...