Illusionismus, nein danke
Dass das Liebesleben des nicht nur vor Liebe trunkenen Dichters Hoffmann viele Irrungen und Wirrungen kennt, das wissen wir aus Jacques Offenbachs Oper «Les Contes d’Hoffmann». Schließlich verguckt sich der Titelheld in eine aufziehbare Puppe, in eine (un)bezahlbare Kurtisane und in eine Sängerin, die sich nicht entscheiden kann zwischen ihrer Liebe zum Mann und der zur Musik. Aber in Hannover erfahren wir jetzt noch ein bisschen mehr. Dort ist die Liebe des Geigenbauers Crespel zu seiner kranken Tochter Antonia nicht nur von väterlicher Fürsorge bestimmt.
Regisseur Elmar Fulda weiß von Abhängigkeiten zu berichten, in denen Jungmädchenunterwäsche eine ungewöhnliche Rolle spielt: Im Namen der Hose?
Wenn der Vater seine Tochter von der Außenwelt abschirmen will, dann muss Klebeband die vielen Türen bändigen – und später auch als Knebel dienen. Antonia trägt nicht nur in puncto Dessous dasselbe knallige Gelb (Kostümbildnerin Alexandra Pitz liebt signalhafte Farben) wie ihre Mutter. Auch die Puppe, die ihr Hoffmann schenkt, leuchtet Gelb…
Für den Antonia-Akt hat Fulda ein ebenso inzestuöses wie ingeniöses Konzept entwickelt, über das man rätseln kann, aber nicht muss, weil die ...
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Blutrot schießt die virtuelle Gischt in die Höhe, als die Mannschaft des Holländers, kurz vor dem finalen Showdown, ihr «Johohoe!» anstimmt. Vom Winde verweht ist die eben noch von Cheerleadern und reichlich Dosenbier animierte Partylaune der Belegschaft der Fischfabrik Daland & Co. Während das Schicksal in stürmischen Sechzehntel-Wellen über das feiernde...
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Herr Schade, hinter Ihnen liegt quasi eine Phase konzentrierten Herrschertums im Geiste Mozarts: Im vergangenen halben Jahr haben Sie als Lucio Silla, Idomeneo und Titus auf der Bühne gestanden. Was verbindet diese Figuren, was trennt sie?
Alle drei verbindet ein ganz großer innerer Schmerz. Titus ist ein Herrscher, der eigentlich nicht regieren will und der...
