«Ich bin ein singender Sprecher»

Das Handwerk habe er beim lieben Gott und bei Dietrich Fischer-Dieskau gelernt, die Tür zur internationalen Karriere sei von Zubin Mehta und Pierre Boulez aufgestoßen worden, erzählt Siegmund Nimsgern im «Opernwelt»-Gespräch. Mit Wagner und Verdi als Fix­sternen reiste der aus dem Saarland stammende und bis heute dort lebende ­Bariton um die Welt. Am 14. Januar feiert Siegmund Nimsgern seinen 70. Geburtstag.

Opernwelt - Logo

Er gehört zu jener Kategorie Sänger, die nicht nur etwas zu singen, sondern auch etwas zu sagen haben. Und so weitet sich das Gespräch, das wir anlässlich seines siebzigsten Geburtstages mit Siegmund Nimsgern vereinbart haben («Sie machen hoffentlich keinen dieser üblichen Nekrologe daraus»), von der Aufzählung von Daten schnell zu einem Diskurs über Musik, Literatur, Malerei, Philosophie und was sonst noch in den Bereich der schönen Künste fällt. Wofür das mit Büchern und Noten überreichlich angefüllte Haus in St.

Ingbert nahe Saarbrücken, in dem die Nimsgerns seit den sechziger Jahren wohnen, einen ebenso passenden wie stimmungsvollen Rahmen abgibt.

Die Namensgebung «Siegmund» habe sich an Wagners «Walküre» orientiert, eröffnet der gesangsbegeisterte und -begabte Vater dem am 14. Januar des Kriegsjahres 1940 in St. Wendel an der Saar geborenen Sohn schon früh, als er ihm in der Nachkriegszeit die 1936er Bayreuther Plattenaufnahme des Duetts Siegmund-Sieglinde aus dem ersten Akt mit Franz Völker und Maria Müller vorspielt, und noch oft muss der Sänger in seinem späteren Leben an dieses Omen denken. Am intensivsten wohl, als er selbst 1983 auf dem Hügel mit dem Wotan diejenige ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2010
Rubrik: Retrospektive, Seite 62
von Gerhart Asche

Vergriffen
Weitere Beiträge
Keine Hoffnung, nirgends

Hinterm Eisernen Vorhang die Arbeitsbühne, grau in grau, Dekor gleich null. Einige spielen Fußball. Ein Autist setzt blickleer zögernd Schritt vor Schritt. Plötzlich rennt er los, immer im Kreis, scheint die Wellblechwand hoch zu wollen, springt gegen sie, bleibt liegen. Ein anderer wäscht sich im Wasser der großen Pfütze in der Mitte, immer wieder. Ge- und...

Apropos ... Karneval

Herr Koch, wer ist eigentlich Cäcilia Wolkenburg? Eine alte Kölner Operndiva?
Nein, der Name leitet sich von zwei Vereinshäusern des Kölner Männergesangsvereins her. Das eine ist die alte Wolkenburg, das andere, im Krieg zerstörte, stand in der Cäcilienstraße. Das ist alles.

Sie spielen Ihr jährliches Divertissementchen traditionell in der Kölner Oper. Hat es auch...

Aus dem Geist Offenbachs

Ralph Benatzky gehört zu den Ein-Werk-Komponisten. Wer kennt außer dem «Weißen Rössl» weitere seiner rund 70 Komödien, Operetten und Revuen? Zwei Titel – Musikalische Lustspiele, also nicht «Operetten», sondern Komödien mit eingelegten Chansons und Ensembles für Schauspieler – macht das Label Walhall erstmals aus Rundfunkarchiven zugänglich. Dabei handelt es sich...