Hypnotische Schauer
Vor vier Jahren war Katalonien Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Im Rahmenprogramm hatte das Darmstädter Staatstheater vier Werke katalanischer Komponisten im Angebot, eines davon die mit vier Instrumentalisten und drei Sängern besetzte Kammeroper «La Cuzzoni» aus der Feder von Agustí Charles. Seinem erfolgreichen Musiktheaterdebüt sollte nun eine große Oper folgen. Der Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull im vergangenen Jahr brachte den Komponisten und seinen Librettisten Marc Rosich auf die Idee, eine Byron-Oper zu schreiben.
Denn ein Vulkanausbruch im Jahr 1816 brachte Europa jenen «Sommer ohne Sommer» (so der Untertitel der neuen Oper), der zu einer der aufregendsten Begegnungen der Literaturgeschichte führte: Lord Byron traf am Genfer See gemeinsam mit seinem Arzt Polidori auf Mary und Percy B. Shelley, mangels sommerlicher Zerstreuungsmöglichkeiten entstand Mary Shelleys Frankenstein-Roman, Polidori begründete das Genre der Vampirgeschichte, und Byron schrieb sein Gedicht «Darkness».
Aus dieser realen Geschichte und den genannten Texten bedient sich das bildkräftig-pralle, auf Katalanisch verfasste Libretto von «Lord Byron». Es ist ein nahezu dreistündiger Abend geworden: ...
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Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Claus Ambrosius
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