Holzen im Märchenwald
Der Erfolg dieser Neuproduktion von Smetanas Meisterwerk hält sich genau im Rahmen der Funktion, die sie im Spielplan der Berliner Staatsoper einnimmt: als Lückenbüßer und Kassenfutter; weitgehend ambitionslos. Das Werk gilt als populär, braucht aber viel Engagement, um heute für Glaubhaftigkeit beim Liebes-Ablasshandel zu sorgen. Die Sänger suggerieren den Eindruck eines funktionstüchtigen Ensembles, und beweisen doch eher die abwärts weisende Tendenz desselben. Man erledigt einen Job. Kurz: Es handelt sich um eine Produktion, die nie so sehr abrutscht, dass man sich ärgern müsste.
Als solche wurde sie bei der Premiere wohlwollend durchapplaudiert.
Regisseur Balazs Kovalik hat Anfang letzten Jahres an der Bayerischen Staatsoper die Uraufführung der «Tragödie des Teufels» von Peter Eötvös inszeniert. Seit seiner beim Publikum heftig umstrittenen Zeit als Künstlerischer Leiter an der Ungarischen Staatsoper (2007-2010) backt er kleinere Brötchen. Zwar bricht am Ende seiner traditionell daherkommenden «Verkauften Braut» der stotternde Vasek plötzlich ein Massaker nach Art des norwegischen Attentäters Anders Breivik vom Zaun – und ballert wild um sich. Auf derlei Regie-Mutwillen deutet ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Kai Luehrs-Kaiser
In Gera hat ein neuer, dem dortigen Publikum als Regisseur aber nicht unbekannter Intendant kurzfristig – also ohne jeden Planungsvorlauf – die Leitung des in Finanznöten steckenden Theaters übernommen. An der Komischen Oper Berlin gestaltet ein erfolgreicher, aber dennoch um Zuschauer kämpfender Intendant seine letzte Spielzeit, bevor er an eine größere Bühne...
Europäische Leser mögen nach wie vor staunen, dass es in Australien für fast 23 Millionen Einwohner nur eine einzige «nationale» Opernkompanie gibt: Opera Australia (OA), die ausschließlich in Sydney und Melbourne spielt. Selbst wenn man die in den Hauptstädten von vier Bundesstaaten beheimateten «Teilzeit»-Truppen nebst einigen Spezialensembles hinzuzählt – etwa...
Seit neun Jahren, seit seinem Debüt in Erfurt, schlüpft er in die mal mehr, mal weniger glänzende Rüstung des Gralsritters. Lohengrin, das ist für Klaus Florian Vogt die Rolle geworden, über die er sich definiert und mit der er bei den Bayreuther Festspielen seinen womöglich größten Triumph gefeiert hat. Eine Gesamtaufnahme steht noch aus (und wird unter Marek...
