Hammer und Meißel

Mozart: Così fan tutte Berlin / Komische Oper

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Er wolle nur noch Opern inszenieren, hat Schauspiel-Regisseur Alvis Hermanis erklärt. Doch während ihm am Wiener Burgtheater Großtaten wie «Platonov» und «Eine Familie» (von Tracy Letts) gelangen, konnten seine zwei Opernarbeiten (zuletzt «Gawain» in Salzburg) den Charakter von Auftragsarbeiten nie ganz verleugnen. Ein wenig eigenständiger gibt sich «Così». In einer mehrgeschossigen Restaurierungswerkstatt, eher ein hochmodernes Loft, widmen sich Fiordiligi und Dorabella mit Pinselchen, Bürstchen und Tupfer der Auffrischung alter Rokoko-Gemälde.



Das ist hübsch und nett insofern, als die Fake-Liebhaber, die die Treue der Damen auf die Probe stellen sollen, mit Kniehosen und Puder-Frisur denselben Rokoko-Porträts entstiegen scheinen, welche die Schwestern gerade in der Mangel haben. Auch singen die Pseudo-Albaner Italienisch (während sonst alles auf Deutsch abläuft). In einem lebenden Bild wird Fragonards «Schaukel» nachgestellt. Dekorativ wirksame Ideen sind das. Nur dass die Rokoko-Dia-Show, die optisch für Abwechslung sorgt, einen gewissen Leerlauf in der Personenregie nicht verschleiern kann.

Anzuprangern ist die Komische Oper für die Verwendung der altbackenen Übersetzung von ...

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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Panorama, Seite 33
von Kai Luehrs-Kaiser

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