Gruß von den Orkneys

Opernwelt - Logo

Peter Maxwell Davies hat sich immer dafür eingesetzt, auch Amateuren und Kindern Zugang zur klassischen Musik zu verschaffen. Und er war fasziniert von den Mythen der schottischen Orkney-Inseln, wo er sich 1971 niederließ. In seiner letzten Oper fließen diese Interessen ineins. Die Story: Das Seeungeheuer Nuckleavee bedroht die Orkneys. Der Knabe Magnus tut sich mit einem Erdgeist, dem Hogboon, zusammen und kann das Monster schließlich besänftigen.

Drei Monate nach Maxwell Davies’ Tod wurde «The Hogboon» jetzt im Londoner Barbican uraufgeführt – mit von Simon Halsey verantworteten Chören aller Altersstufen, sechs Solisten, einem Knabensopran und dem LSO unter seinem designierten Chef Simon Rattle. Nicht nur die Amateure stellt die Partitur vor große Anforderungen. Stilistisch bewegt sie sich zwischen einer mitunter etwas anonym klingenden Moderne und populären Elementen; an Maxwell Davies’ beste Arbeiten in diesem Genre reicht das Community-Stück nicht heran. Die begeisterte Aufnahme verdankt es der liebevollen Erinnerung an «Max» – und der exzellenten Ausführung.  

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2016
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Geroge Hall

Weitere Beiträge
Machtspiele unter Richelieu

Über die Notwendigkeit mancher Ausgrabung lässt sich streiten (sie-he OW 4/2016, S. 71), über diese nicht: Was die Stiftung Palazzetto Bru Zane hier vorlegt, ist ein abgeklärtes Meisterwerk. Gewiss: Bei den Zeitgenossen konnte sich dieser Spätling Gounods nicht durchsetzen, aber das gelang in ­Paris keiner einzigen historischen Oper nach Meyerbeers «Prophète»....

Problematisch

Erst, wenn sie klingt, davon war Pauline Viardot-García überzeugt, sei Musik wirklich Musik. Und auch Beatrix Borchard, die dieser Sängerin, Komponistin und Pädagogin eine umfangreiche Monografie gewidmet hat, teilt diese Überzeugung. Nun ist Klang aber flüchtig und erst seit gut hundert Jahren ­reproduzierbar. Auch das mag ein Grund dafür sein, dass...

Verachtet mir die Laien nicht

Der berührendste Moment gelingt Regisseurin Vera Nemirova, als sie zu Beginn des dritten Akts Beckmesser ein imaginäres Orchester dirigieren lässt. Mutterseelenallein steht der Stadtschreiber vor dem Halbkreis aus Stühlen und Notenpulten und schwingt den Taktstock. Da träumt ein Außenseiter, der die Kunst liebt, aber leider völlig unbegabt ist, vom beglückenden...