Großes Glück in Tanglewood

Das Boston Symphony Orchestra feiert Leonard Bernstein – auch mit dessen Lieblingsoper «La Bohème»

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Wozu braucht Mimì einen Muff, bei 86 Grad Fahrenheit? Warum stopft der Dichter Rodolfo sein Manuskript in die gusseiserne Bullerofenatrappe, dass die Flammen hell aufschlagen, während ringsum ein Hitzegewitter aufzieht? Und wieso hat Andris Nelsons für diese einmalige konzertante Luxusaufführung von «La Bohème» in The Shed, an der er zuvor tagelang probte und feilte, so dass die saftigen Puccini-Leidenschaftsklänge bereits am hellen Vormittag weit und hoch hinausflogen über Wiesen und Wälder, Berg und Tal von Tanglewood Ground, eigens diese internationale Besetzung zusammengetrommelt

? Mit Franco Vassallo als idiomatisch perfektem Belcanto-Marcello, beweglich und schön? Mit Luca Pisaroni als süffisant-elegantem Colline, mit Kristīne Opolais als heroisch vibrierender Mimì? Es gibt auf all diese Fragen nur eine Antwort, sie hat zwei Silben, sie lautet: Bernstein.

«Celebrating Lenny at Tanglewood» ist derzeit das alles überwölbende Motto in den Berkshire Hills. Das legendäre Sommerfest des Boston Symphony Orchestra, gegründet 1937, kann mit Fug und Recht als Blaupause aller Klassik-Open-Air-Partys bezeichnet werden – und Leonard Bernstein gilt nicht nur hier an der Ostküste als der ...

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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Magazin, Seite 102
von Eleonore Büning

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