Glück und Kalkül

Seit sieben Jahrzehnten lockt das Festival International d’Art lyrique nach Aix. Intendant Bernard Foccroulle verabschiedet sich, ein Jahr später als geplant, mit einem Programm, das Prokofjew mit Strauss, Mozart mit Purcell und ein neues Stück von Ondřej Adámek mit einem Straßen-Happening verknüpft

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Aix

Die Anziehungskraft der sommer­lichen Festspiele in Aix-en-Provence ist ungebrochen. Rund 85 000 Besucher werden inzwischen pro Saison gezählt. Das Interesse gilt nicht nur den Opernaufführungen, sondern auch öffentlichen Proben oder den Konzerten der seit 20 Jahren bestehenden Akademie für den künstlerischen Nachwuchs. Und dem Genius loci sowieso – jenem Aix-Faktor, von dem nicht zuletzt Pierre Audi, der neue Directeur Général, profitieren dürfte

Nun sind es 70 Jahre.

So lange gibt es das Musikfest in Aix-en-Provence – da fliegt die Erinnerung weit zurück in Jahre, die vom Südwestfunk-Sinfonieorchester unter der Leitung von Hans Rosbaud und Ernest Bour geprägt waren und mir an diesem Ort an einem heißen Juliabend 1968 mit der Sängerin Teresa Stich-Randall zum ersten Mal die beiden Arien der «Figaro»-Gräfin so ganz auf- und zu Herzen gingen. Im Innenhof des Erzbischofspalastes war Mozart eine kategorial andere Sache als im Salzburg Herbert von Karajans und Karl Böhms. Das Théâtre de l’Archevêché ist immer noch ein beliebter und integraler Schauplatz dieses Festivals, das jedoch – viel später als Salzburg mit dem Großen Festspielhaus Clemens Holzmeisters – eine große, ...

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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Hans-Klaus Jungheinrich

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Märchenstunde

Um halb zehn kommen die Jagdflieger. Zeit für den Mörike-Moment: «Über das Haupt stürzt dir krachend das Himmelsgewölb’». Minutenlang ist das große Festspielhaus zu Salzburg erfüllt vom Dröhnen der Maschinen, vom Geräusch einschlagender Bomben, von undefinierbarem Geschrei. Es ist das pure Grauen des Kriegs, das sich hier, in elektronisch verstärkten Tönen und...

Jeder Ton ein Stromschlag

Interpretation sei, so hat Yehudi Menuhin gesagt, der Feind der Technik. Interpretation verstand er als Suche nach Ausdruck. Bei dieser Suche bevorzugen viele Sänger das verbale Agieren gegenüber dem musikalischen espressivo. In der zweiten Arie der Königin der Nacht haben Soprane wie Selma Kurz, Frieda Hempel, Maria Ivogün oder später Rita Streich die technische...

Spielpläne Ausland September/Oktober 2018

Argentinien

Buenos Aires
Teatro Colón

Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Liederabend: 15., 22.
– Recital Juan Diego Flórez: 26.

Australien

Brisbane
Opera Queensland

Tel. +61-7-38 44 77 90
www.operaq.com.au
– Mozart, Don Giovanni: 19., 20., 23., 26., 27., 30.10.; 1., 3.11.
ML: Fritzsch, I: Hume, B: Cordingley, S: Rock, S. Brown, Kong, Marino, ­Sugars, Piper,...