Gerettet und gestärkt?
Wie bei den getreuen Vierbeinern verhält sich das. Sie dürfen zwar mal in dieser, mal in jener Ecke schnüffeln. Doch wenn es Herrchen oder Frauchen beliebt, schnurrt die Leine wieder auf kurze Distanz zusammen. Auch die Innsbrucker Festwochen für Alte Musik haben nun einen solchen «Besitzer» bekommen. In diesem Fall ist es das Tiroler Landestheater, das Festival wird in den kaufmännisch-operativen Bereich eingegliedert, dafür gibt es bald eine Tochter-GmbH. Ein glimpflicher Ausgang: Nur wenige Wochen vor dieser Einigung standen die Zeichen auf Fusion.
Landespolitik und eine Expertenrunde plädierten dafür, Landestheater-Intendant Johannes Reitmeier und Festwochen-Chef Alessandro De Marchi protestierten.
Also alles gerettet? Zumindest finanziell haben die Festwochen, die 2014 noch mit mehreren hunderttausend Euro in der Kreide standen und darob ihre Geschäftsführerin vor die Tür setzten, wieder Tritt gefasst. Auch künstlerisch geht es sacht bergauf. De Marchi, der mit seinen Dirigaten samt Stückauswahl (naturgemäß) kaum an den übergroßen Vorgänger René Jacobs anknüpfen konnte, landete ausgerechnet im Jahr nach der großen Krise den kleinen Coup. Seit 1732, dem ...
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Opernwelt November 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Markus Thiel
Farnace» ist die Geschichte eines aus dem Ruder laufenden Familienkonflikts. Berenice muss zusehen, wie Mann und Sohn vor ihren Augen zerhackt werden. Dann entführt und heiratet der Sohn des Mörders auch noch ihre Tochter. Die traumatisierte Ex-Königin rastet aus und paktiert mit dem Feind, um ihre Sippe auszulöschen. Das erinnert an Kriemhilds Rache, die...
Zwei Erhabenheitsbilder stehen für das angebliche Wesen der Musik: der mythische Sänger Orpheus und die Heilige Cäcilie, entrückt an der Orgel. Rein, veredelnd soll die wahre Tonkunst sein, alles Irdische, Materielle, Animalische transzendieren. Demgegenüber reagierte Schumann auf das Unisono-Finale der b-Moll-Sonate des von ihm bewunderten Chopin ratlos lapidar:...
Ein riskanter Selbstversuch: Kann man innerhalb von 24 Stunden zwei «Rosenkavalier»-Vorstellungen durchstehen? Zweimal kurz hintereinander die Wehmut des Marschallinnen-Monologs ertragen, das Flirren der Rosenüberreichung, die Turbulenzen der Beisel-Raufereien, das tränentreibende Schlussterzett?
Man kann. Aber die Nebenwirkungen sind erheblich, und die Überdosis...
