Gefrorene Momente
Das Original ist Fragment geblieben. Unvollendeter Torso, Skizze, Entwurf. Und: schicksalhaft fehlgeschlagener Versuch eines Komponisten, eine geeignete Klangsprache und – als sein eigener Librettist – plausible dramaturgische Lösungen zu finden. Beinahe ein Jahrzehnt lang rang Claude Debussy mit dem Stoff, um schließlich, vom Krebs gezeichnet, die Waffen zu strecken.
Seine Kammeroper «Usher» nach Edgar Allan Poes fantastischer Erzählung «The Fall of the House of Usher», geplant als Pendant zu «Pelléas et Mélisande», wurde nicht fertig; erst 1977 kam das Werk in der behutsamen Orchestrierung durch Juan Allende-Blin an der Deutschen Oper Berlin erstmals auf die Bühne. Um dann relativ sang- und klanglos erneut in der Schublade zu verschwinden.
Im Alten Orchesterprobensaal der Staatsoper Unter den Linden ist «Usher» nun wiederbelebt worden, als Auftragswerk des Berliner Hauses und der Folkoperan Stockholm, in Kooperation mit dem Muziektheater Transparant. Annelies Van Parys hat das Stück fortgeschrieben und übermalt. Hat ihre zart linierte, fein instrumentierte, mit Elementen der Spektralmusik angereicherte Klangsprache in Debussys Tonfarbenwelt hineinfließen lassen, ohne an der ...
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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Panorama, Seite 32
von Jürgen Otten
Mit Wagner könne man ihn jagen, verkündete noch vor Jahren der Regisseur Dietrich W. Hilsdorf. Als ihm aber, etliche Verdi- und Operetten-Inszenierungen später, vom Rheinoper-Intendanten Christoph Meyer der «Ring» angeboten wurde, hatte die Jagd ein Ende. Hilsdorf grub sich tief in die Wagner-Materie ein. Nach der Premiere der «Götterdämmerung» am Düsseldorfer...
Sie sehen alle fast gleich aus: blond, hübsche Kleidchen, den Kopf gesenkt. Immer wieder kommt einer aus des Herodes Partygesellschaft und holt sich eines der vermutlich sehr jungen Mädchen. So ist das in dieser Welt. Salome aber, von Ingela Brimberg souverän, ganz ohne falsche Kleinmädchentöne vorgestellt, ist groß da, wo sie groß sein muss, wenn sie «Du wolltest...
Montag ist ein schwieriger Tag. Mit dem Montag verbindet man etwas Anstrengendes oder Nichtgelungenes. Ein Montags-Auto zum Beispiel ist eines, das nicht richtig funktioniert und deswegen ständig in die Werkstatt muss. Oder es ist, nach neuesten Erkenntnissen, einfach ein Dieselfahrzeug. Aber um Stinkdiesel soll es hier nicht gehen. Und eigentlich auch nicht um...
