Vordergründig
Sie sehen alle fast gleich aus: blond, hübsche Kleidchen, den Kopf gesenkt. Immer wieder kommt einer aus des Herodes Partygesellschaft und holt sich eines der vermutlich sehr jungen Mädchen. So ist das in dieser Welt. Salome aber, von Ingela Brimberg souverän, ganz ohne falsche Kleinmädchentöne vorgestellt, ist groß da, wo sie groß sein muss, wenn sie «Du wolltest mich nicht deinen Mund küssen lassen» über alle Klangwogen hinwegfliegen lässt. Salome ist hier eine erwachsene, reife Frau. Nicht nur, weil die Sängerin es ist.
Auch, weil der amerikanische Regisseur Ted Huffman das Stück so sieht. Keine peinlichen Schleiertänzchen also. Übrigens auch kein abgetrennter Prophetenkopf am Ende.
Wir blicken in die schwindelnde Tiefe eines kalten, riesenhaften Foyers totalitärer Macht, das Ben Baur in die Messehalle des Staatenhauses gebaut hat. Sehr weit hinten ein Holztor; wenn es aufgeht, gähnt dahinter schwarzes Nichts. Von dort tönen die von Kostas Smoriginas prachtvoll vorgetragenen Reden des gefangenen Propheten. Rechts führen Stufen auf ein Seitenplateau. Hier kann man François-Xavier Roth, den gerade und zum großen Glück der Kölner verlängerten Gürzenich-Kapellmeister, suggestiv ...
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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Holger Noltze
Herr Groissböck, hier ist die Millionenfrage: Was haben Sie und Roger Daltrey gemeinsam?
(lacht) Da muss ich das Publikum fragen. Naja, der Name kommt mir schon bekannt vor, aber im Moment kann ich ihn nicht unterbringen.
Er war Leadsänger von «The Who».
Ich bitte um Pardon: Die hatten ihre beste Zeit, soviel ich weiß, in den 1960er- und 1970er- Jahren. Da hätte...
Richard Wagners Wirkung muss magisch-magnetisch gewesen sein, anders lässt sich nicht erklären, dass so viele Menschen sich für seine Interessen einspannen ließen. Die Geldgeber waren die einen, beinahe wichtiger waren für Wagner die Propagandisten seines Werks in Wort und Tat. Ein enormer Kreis, dessen Persönlichkeiten mal mehr, mal weniger bekannt sind. Über die...
Dalibor ist gleich Florestan, Milada gleich Leonore, Wladislaw gleich Pizarro, Beneš gleich Rocco: Das Spiel geht – abgesehen von kleineren inhaltlichen Details – fast auf. Weniger mit einem Bedřich Smetana auf Plagiatstrip hat das zu tun, sondern mit dem Genre an sich. Rettungsopern bildeten ab Ende des 18. Jahrhunderts ein eigenes Biotop, behaupten kann sich bis...
