Gebrochene Herzen, doppelte Perspektiven

Wie Konrad Junghänel und Stefan Herheim an der Komischen Oper Berlin Händels «Xerxes» aufmischen

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Er ist und bleibt ein Spieler. Ein homo ludens, der mit kindlicher Freude Figuren in prachtvollen Kulissen bewegt. Und dabei, egal was er anpackt, immer zu gewinnen scheint. Niemand schlägt auf der Opernbühne aus dem eigenen Spieltrieb buntere Funken. Keiner treibt auf der Suche nach dem ultimativen spectaculum den Apparat so virtuos zum Wahnsinn. Wenn Stefan Herheim Regie führt, geht es in die Vollen, entsteht opulentes Assoziationstheater, das auf Verführung, Überrumpelung, Überwältigung aus ist. Mit Scherz, Satire und geliehener Bedeutung.

 

Ohne die hermeneutische Gedankenakrobatik seines Dramaturgen Alexander Meier-Dörzenbach, ohne die barocke Schaustellerlust seiner Bühnenbildnerin Heike Scheele und der Kostümbildnerin Gesine Völlm wäre Herheim freilich kaum jener Zauberer, der mit jeder neuen Arbeit das Publikum um den Finger wickelt. Sie liefern die Stichworte, Raumbilder, Verkleidungen, aus denen er seine überbordenden Opernrevuen montiert. Händels «Xerxes» inszeniert er – in einer deutschen Fassung von Eberhard Schmidt – als wunderkerzensprühende «Muppet-Show», die sich über das ewige Quiproquo in der Barockoper ebenso amüsiert wie über die sogenannte «historisch ...

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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Albrecht Thiemann

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