Frühstück im Grünen
Im Jahr seines 150. Geburtstages scheint Giacomo Puccini immer noch kaum über den Ruf eines preiswerten Pralinenlieferanten hinausgekommen. Für die verschiedenen Versionen seiner Opern, für Früh- und Nebenwerke interessiert sich kaum jemand. Wie anders wäre es zu erklären, dass die wiederentdeckte Urfassung von Puccinis «Edgar» – mit fast vierzig Minuten neuer, bester Puccini-Musik – nicht in Mailand, Rom oder Berlin wiederaufgeführt wurde. Sondern im eher entlegenen Teatro Regio von Turin.
Ein Jahrhundert lang wurde die dreiaktige, um den Final-Akt gekürzte Fassung aufgeführt – und auf CD verewigt mit Carlo Bergonzi und Renata Scotto, Carl Tanner und Julia Varady sowie jüngst in einer Gesamtaufnahme mit Plácido Domingo. Puccini sah sich zu Kürzungen gedrängt, nachdem der Uraufführung in Mailand 1889 ein nur mäßiger Erfolg beschieden war. Wirkungsgeschichtlich den Garaus gemacht hat «Edgar» die Handlung. Die Geschichte vom einfältigen, flandrischen Findling, der sich zwischen zwei Frauen nicht entscheiden kann, endet mit einem Hoch aufs Schafott, wo man die ruchlose Zigeunerin Tigrana hinrichten will.
Lorenzo Mariano inszeniert die Fabel (nach Alfred de Musset) in Turin jetzt als ...
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