Frühlingserwachen in Südwest
Interim. Das heißt «unterdessen – inzwischen» und bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch ein Provisorium. Das Theater Freiburg lebt damit nun schon im zweiten Jahr, nachdem Generalmusikdirektorin Karen Kamensek sich im Umfeld des Intendantinnenwechsels (Amélie Niermeyer/Barbara Mundel) vorzeitig aus dem Amt zurückgezogen hatte und die Nachfolgesuche sich problematischer gestaltete als vermutet. Ab der kommenden Spielzeit wird das ein Ende haben, wenn Fabrice Bollon an die Spitze des Philharmonischen Orchesters tritt.
Doch wüsste man nicht um die vielen Zwischenlösungen bis dahin, man würde sie gar nicht als solche wahrnehmen.
Als «kurios» beschreibt deshalb auch Operndirektorin Dominica Volkert die Situation am Haus. Auf Kamensek folgte Patrik Ringborg, der trotz einer beachtlichen Spielzeit dem Ruf als GMD ans Kasseler Staatstheater nicht widerstehen konnte, auf Ringborg Gerhard Markson, Chef des RTÉ National Symphony Orchestra in Dublin. Die Operndirektorin steht mit ihrer Meinung nicht allein da, wenn sie Markson als «Glücksfall» für ihr Haus bezeichnet. In Zahlen liest sich das so: Die Auslastung in dieser Saison liegt bei etwa 90 Prozent – die große Nachfrage nach ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ohne großen Auftritt kommt Cecilia Bartoli nicht auf die Bühne. Bei der konzertanten Aufführung von Bellinis «La sonnambula» im Festspielhaus Baden-Baden rauscht die Diva im weißen Brautkleid mit langer Schleppe ein und flirtet sogleich mit den Zuhörern in der ersten Reihe. Wenn Bartoli als Amina in der mit Höchstschwierigkeiten gespickten Kavatine «Sovra il sen la...
Rossini-Opern, hat man ihre Funktionsweise erst einmal durchschaut, machen glücklich. Die großen dramatischen Konfrontationen laufen wie Schneeballschlachten ab: Die Kontrahenten schleudern sich in wachsender Erregung Koloraturen-Salven ins Gesicht. Lyrische Gefühle klettern hingegen auf langen Koloraturen-Treppen gen Himmel und wieder hinab. Dramatik setzt sich...
Irgendeinem höheren Opernspielplangeist muss vor einiger Zeit «so nach Tamerlan zu Mut» gewesen sein, wie es schon 1922 in dem frechen Nelson/Tucholsky-Chanson hieß. Wie sonst wäre zu erklären, dass Händels düster-meisterhafte Tyrannen-Oper von 1724 über den blutrünstigen Tartarenfürsten und seine grausamen Taten am Hof des unterworfenen Byzanz weltweit fast...
