Frau ohne Eigenschaften
Jüngere Auseinandersetzungen mit Puccinis «Madama Butterfly» verzichten meist auf Exotismus und Couleur locale. Christof Nel legte in Frankfurt seinen Schwerpunkt auf die Kindfrau-Thematik, Calixto Bieito interessierte sich in Berlin für das davon nicht so weit entfernte Thema Sextourismus, Jarg Pataki erzählte in Freiburg die Geschichte aus der Perspektive des erwachsenen Kindes von Cio-Cio San, und bei Jetske Mijnssen in Basel wurde Puccinis «japanische Tragödie» kürzlich zum Drama allgemeiner gesellschaftlichen Verelendung.
Was aber passiert, wenn, wie nun bei Katharina Wagner am Staatstheater Mainz, der gesamte Naturalismus aus dem Geschehen gleichsam getilgt wird und sich der Fokus auf eine Figur richtet, die sonst eher in der zweiten Reihe steht: auf Goro, den intriganten Heiratsvermittler? Im Grunde ein spannender Ansatz, mit dem die Bayreuther Festspielleiterin bei ihrer zweiten Regie-Begegnung mit Puccini aufwartet. Wenn er denn zu Ende gedacht würde! Doch am Ende des Abends, wenn sich die Titelheldin im aufrechten Gang dem über allem thronenden Goro zuwendet, wähnt man sich in einer mythischen Melange: Liebestod, Hohepriesterin, Klingsor der Zauberer – es wabert ...
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Schon 1955 wies Theodor W. Adorno in «Das Altern der Neuen Musik» auf die Gefahr dogmatischer Verfestigung des «Serialismus» in der Darmstädter Schule hin, die manchen, wie etwa Henze, als ästhetische Zwingburg des Avantgarde-Radikalismus erschien. Wobei die monolithische Wucht der Institution sicher überschätzt wurde. So einig waren sich damals Stockhausen, Nono...
ARTE
1.3. – 6.00 Uhr
30 Jahre Ensemble Intercontemporain.
Konzert in der Pariser Cité de la Musique 2007. Musikalische Leitung: Susanna Mälkki, Peter Eötvös, Pierre Boulez. Werke von Ligeti und Boulez.
1.3. – 20.20 Uhr
7.3. – 6.00 Uhr
15.3. – 11.25 Uhr
Die Kunst des Frédéric Chopin.
Dokumentation von Gérard Caillat.
1.3. – 21.10 Uhr
Galakonzert aus Warschau.
Live-Übertragung...
Mescalina ist längst tot. Da schneidet ihr Nekrotzar in Calixto Bieitos blutigem Freiburger «Grand Macabre» noch ein Ohr ab und steckt es in den Mund. Eine fast identische Szene hatte es wenige Wochen zuvor mit anderen Beteiligten in Bieitos Basler Inszenierung von Janáceks «Aus einem Totenhaus» gegeben. Dort trug der Lageraufseher einen Pelzmantel, den man bereits...
