Fieberkurven

Ein Rückblick auf die zwölfte Ausgabe des Berliner Musikfests

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Der Film sei die Oper des 20. Jahrhunderts, weiß ein gern bemühtes Bonmot. Ganz falsch ist das nicht – auch wenn die vermeintlich sterbensbleiche alte Tante aus Florenz und Mantua sich nach wie vor bester Gesundheit erfreut. Was als Gesamtkunstwerk funktioniert, ist offenbar so schnell nicht totzukriegen. Egal ob es vor mehr als 400 oder vor gut 100 Jahren in die Welt kam. Und es gibt – Stichwort Multimedialität – durchaus eine innere Verwandtschaft zwischen den Genres. Sergej Eisenstein etwa zog «Iwan Grosny», das monumentale Leinwandepos über den schrecklichen Zaren Iwan IV.

, als mythisch-historisches Drama auf, das in manchem an Wagners «Ring»-Parabel erinnert. Ein Meisterwerk, das seine Wirkung maßgeblich aus der Musik schöpft, die Sergej Prokofjew während der Dreharbeiten schrieb.

Dass Klang in dem legendären Streifen nicht einfach als Atmo-Verstärker dient, sondern Figuren, Situationen, Sphären konturiert, den Puls des Geschehens und Rhythmus der Bilder oft prägt, ist wohl nie so deutlich geworden wie bei einer Aufführung, die der Dirigent Frank Strobel Mitte September mit dem Berliner Rundfunk-Sinfonieorchester und Rundfunkchor sowie den Solisten Marina Prudenskaya (Alt) ...

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Opernwelt November 2016
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Albrecht Thiemann

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