Emmas Geist

Karlsruhe: Weber: Euryanthe

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Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Wer die übelsten Ausgeburten des Opernunsinns diskutiert, landet schnurstracks bei Webers «Euryanthe». Was die unglückselige Helmina von Chézy da zusammendichtete, ist der Libretto-GAU par excellence, der größte anzunehmende Unfall.

Wie die engelgleiche Titelheldin von dem Intrigantenduo Eglantine/Lysiart aufs Widerlichste verleumdet wird und ihr Ritter Sturkopf namens Adolar darauf hereinfällt und wie sich im allerletzten Augenblick doch alles zum Guten wendet: Das ist, allen Rehabilitationsgedanken der Wissenschaft zum Trotz, sowohl in puncto Dramaturgie wie in puncto Wortwahl Zeile für Zeile unüberbietbarer – pardon: Stuss. Und: das Musterbeispiel, wie ein im Grunde epochemachendes Meisterwerk zu Fall, weil um seine musikgeschichtliche Wirkung gebracht wird.

Das Beste, das man über die Karlsruher Bemühung unter Christoph Gedschold sagen kann: Er lässt bereits die Ouvertüre konzis gerafft ablaufen und deckt den musikdramatischen Rang des Werks auf: die farben- und kontrastreichen Orchesterpartien zwischen Depression und Jubel, die grellen Störtöne unter der Oberflächenpolitur, die Vertiefung der Musik in den Largo-Augenblicken, die ...

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Opernwelt Juli 2010
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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