Editorial
Die Wiege der Oper steht bekanntlich in Italien. Als Monteverdis «L’Orfeo» am Hof von Mantua über die Bühne ging, florierten Musik, Literatur und bildende Kunst in den Palazzi zwischen Florenz, Rom und Neapel – und befruchteten sich wechselseitig. Schon bald wurde überall in Europa Oper gespielt, und bis um die Mitte des 18. Jahrhunderts dominierte die italienische Seria das Geschehen. Goldene Zeiten, vergangene Zeiten. Heute spielt Italien als Musiknation nur noch eine marginale Rolle. Wehmütig erinnert man sich an längst liquidierte Klangkörper.
An das Orchester der RAI zum Beispiel, mit dem viele Aufnahmen entstanden, die in die Schallplattengeschichte eingegangen sind. Und fassungslos müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass legendäre Opernhäuser wie La Fenice in Venedig, San Carlo in Neapel oder das Carlo Felice in Genua in den finanziellen und künstlerischen Ruin getrieben werden. Wenn die Berlusconi-Regierung ihre (auch für Museen und antike Stätten brisante) Kaputtsparstrategie fortsetzt, ist selbst für die Mailänder Scala Schlimmstes zu befürchten. Auf rund fünfzig Millionen Euro, so schätzen Experten, beläuft sich die Unterdeckung der (weitgehend aus öffentlichen Mitteln ...
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Jeder stirbt für sich allein. Der Tod macht hilflos, sprachlos. Auf dem Weg vom Hier zum Dort ist der Mensch auf sich zurückgeworfen. Egal, woher er kommt. Egal, wo er steht. Egal, wer bei ihm ist. Wenn das sichere Ende naht, hilft nur noch Gott. Oder die Musik. Oder gar nichts. Denn der Tod ist auch banal, das Sterben eine ziemlich triviale Sache. Ein Geschäft zum...
Mrs. DiDonato, dürfen wir Ihnen ein Kompliment machen?
Gern. Welches denn?
Sie haben ein großes und für den Opernbetrieb nachgerade erstaunliches Talent als Schauspielerin. Haben Sie heimlich geübt?
Nein. Auch wenn Sie es nicht glauben. Spielen war für mich immer natürlicher als Singen, schon an der Highschool. Ich dachte nie darüber nach, was ich wie tun musste. Ich...
Luigi Dallapiccolas Kurzoper «Il prigioniero» («Der Gefangene»), 1944 unter dem Eindruck des italienischen Faschismus begonnen und 1949 (unter der Leitung Hermann Scherchens) in Turin uraufgeführt, ist neuerdings wieder häufig auf den Spielplänen zu finden. Zuletzt stand das von melismatisch-expressiver Italianità durchsetzte Zwölftonopus in Paris zur Diskussion...
