Ecce homo
Der liebe Gott weiß alles. Arthur Koestler weiß alles besser. Albert Einstein schrieb dies über einen der ungewöhnlichsten – und für seine Umgebung wohl auch recht unangenehmen – Menschen des 20. Jahrhunderts. «Koestler oder die Suche nach gedanklicher Inkonsequenz» heißt der Titel des Vorworts zu seiner Autobiografie.
Der 1905 in Budapest geborene Autor des Romans «Sonnenfinsternis», von der Gestapo gejagt, im spanischen Bürgerkrieg zum Tode verurteilt, später von Moskau als «Kalter Krieger» beschimpft, ein Weltbürger auf der vergeblichen Suche nach einer geistigen Heimat, war Inbegriff des Renegaten: Zionist und ironischer Kritiker der Praktiken orthodoxer Juden, Kommunist und Antikommunist, vor allem Humanist, Kämpfer für Freiheit und Würde des Menschen und herausragender Repräsentant jener jüdischen Intelligenzija, ohne die das Abendland geistig ziemlich arm wäre. Eine Figur, die zweifellos der sprachlichen Reflexion bedarf.
Warum aber das alles in Musik setzen, zumal diese sich doch im Vorhof jener Sprache bewegt, die für Koestler existenzielles Medium war? Die Anregung dazu bietet der Schriftsteller selbst in seiner Autobiografie. Zwei Gründe, bemerkt er, gebe es für deren ...
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