Dresden, Weill: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Harry Kupfers langjähriger Ausstatter Hans Schavernoch liefert mit einem schrottreifen Helikopter den flexiblen Einheitsort für den Aufstieg und den Fall der Stadt Mahagonny – eine Kulisse, die dem Bordell ebenso Platz bietet wie dem elektrischen Stuhl. Diese Großraumskulptur im ansonsten sterilen, schwarzen Bühnenraum liefert freilich auch einen unfreiwilligen Kommentar zur Inszenierung: Aus Dresden ist nämlich eine veritable Bruchlandung zu vermelden.
Gleich zu Beginn setzen drei steckbrieflich gesuchte Glücksritter mit ihrem Hubschrauber in einer wüsten Gegend auf.
Die ist durch architektonische Modell-Versatzstücke – von Brandenburger Tor über synthetische Hochhäuser bis hin zu reaktivierten Mauerstücken – deutlich als Zentrum deutscher Gegenwartsmalaise zu erkennen. Vielleicht weil es in Dresden (nebenan im Schauspiel mit aktualisierten Hauptmann’schen «Webern» und ihren juristisch attackierten «Anspielungen») schon einmal «funktioniert» hat, macht Kupfer aus dem Alaska-Veteranen Jim Mahoney einen Johann Ackermann. Dessen Losung vom «Alles Dürfen» begeistert die Bewohner Mahagonnys ebenso zuverlässig, wie ihn sein Geldmangel am Ende auf den elektrischen Stuhl bringt. Doch ...
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Am 2. August 2005 jährt sich der 100. Geburtstag von Karl Amadeus Hartmann – für Ulrich Dibelius und seine Mitstreiter der Anlass, über Leben und Werk dieses Unzeitgemäßen nachzudenken. «Wahrheit, die Freude bereitet und mit Trauer verbunden ist» – dies Hartmanns Leitspruch –, hat zu keiner Zeit Konjunktur. Diese Verklammerung von tiefer Trauer und optimistischer...
Gut zwanzig Jahre nach seiner Emigration aus Deutschland besuchte Josef Tal mit seiner Frau Pola erstmals wieder seine ehemalige Heimatstadt Berlin: «Wir nahmen ein Taxi. Ich sperrte meine Augen weit auf – es wurde eine Geisterfahrt. Nach kurzer Zeit sagte ich zu Pola auf Hebräisch: ‹Du, der fährt uns spazieren, um eine größere Zeche rauszukriegen. Den Weg kenne...
In Eisenach gibt es keine Zauberflöte in der «Zauberflöte». Zwar muss dort drastisch gespart werden, doch in diesem Fall steckt eine Absicht dahinter, wenn das Instrument durch eine Partitur ersetzt wird. Peter Konwitschnys inzwischen weithin anerkannte Meisterschülerin Vera Nemirova hat in ihrer Deutung auch sonst einiges verblüffend «anders» gemacht. Sie beginnt...
