Prophylaktische Vorsicht: ein Buch zum 100. Geburtstag von K. A. Hartmann
Am 2. August 2005 jährt sich der 100. Geburtstag von Karl Amadeus Hartmann – für Ulrich Dibelius und seine Mitstreiter der Anlass, über Leben und Werk dieses Unzeitgemäßen nachzudenken. «Wahrheit, die Freude bereitet und mit Trauer verbunden ist» – dies Hartmanns Leitspruch –, hat zu keiner Zeit Konjunktur.
Diese Verklammerung von tiefer Trauer und optimistischer Lebensfreude, von schwerblütiger Melancholie und bajuwarischer Diesseits-Leidenschaft – darauf weist Ulrich Dibelius in seinem zusammenfassenden Schlussbeitrag hin –, charakterisiert alles, was der Ausdrucks- und Bekenntnismusiker Hartmann in seinem Leben komponiert hat. Der Band spannt den Bogen von den stürmischen Anfängen in den späten zwanziger Jahren über das antifaschistische Engagement des inneren Emigranten während der Nazizeit bis hin zum Œuvre des bedeutendsten Symphonikers der Nachkriegszeit. Hartmann war stets ein politisch engagierter Humanist und zugleich ein höchst selbstkritischer Künstler, ja skrupulöser Arbeiter, dessen Werke bis ins Letzte ausgefeilt und ausgehört sind. Als er nach 1945 endlich die Möglichkeit gehabt hätte, alle seine während der Nazi-Diktatur für die Schublade geschriebenen ...
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