Don Bizarro
So viel Geheimniskrämerei war selten bei den Tiroler Festspielen. Fotos wurden erst kurz vor der Premiere freigegeben – selbst Bayreuth ist da schneller. Doch in Erl, wo bislang das gediegene Arrangement vorherrschte, rüstete man sich zum Regietheater. Und das mit einem Neuling: Alexander Polzin, für seine Skulpturen weltweit gelobt und auch schon als Bühnenausstatter aktiv («Parsifal» bei den Salzburger Osterfestspielen, «Lohengrin» in Madrid, «Rigoletto» in Düsseldorf), debütierte als Opernregisseur.
Dies mit Beethovens «Fidelio», einem jener Stücke, die Regisseurenhirne besonders gern und stark zum Glühen und Krampfen bringen.
Nicht überraschend: Eine Riesenskulptur beherrscht die Erler Festspielhausbühne. Ein rätselhafter Schädel mit drei Öffnungen (offenbar zwei Augen plus Nase), die Mundpartie ist zugewachsen. Dreh- und schiebbar ist das Ganze, hinten hat es die Kopfschale gesprengt, statt Klein- und Großhirn gibt es dort Florestan, der seine Arie singen darf. Unter viel Dramaturgendampf startet der Abend. Polzin und seine Co-Regisseurin, die Tanzperformerin Sommer Ulrickson, sprechen Zeilen aus Heiner Müllers «Herzstück». Vom Herz als Ziegelstein ist die Rede, was Anlass ...
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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Markus Thiel
JUBILARE
Er studierte Violine, Klavier und Komposition und wurde 1965, im Alter von 29 Jahren, an der niedersächsischen Staatsoper Hannover zum damals jüngsten Generalmusikdirektor Deutschlands ernannt. George Alexander Albrecht – jüngerer Bruder des früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, Onkel der gegenwärtigen deutschen...
Herr Jacobs, Sie dirigieren in Wien den «Barbier von Sevilla» – aber nicht den von Rossini ...
Nein, das wäre ein noch größerer Schritt für mich gewesen. Mir geht es vorerst um den «Barbiere» von Giovanni Paisiello. Mozart fand Paisiello dermaßen gut, dass er dessen «Barbiere» eben deshalb fortsetzen wollte. Noch Rossini hatte Angst, dass sein «Barbiere» durchfallen...
Das Plakat – roter Schriftzug auf knallblauem Grund: «gaertnerplatztheater.de» – könnte auch ein riesiges Trostpflaster sein. Es scheint an den dreifach gestapelten Containern zu kleben und lenkt ab noch von manch anderem: vom Riesengerüstgitter, vom Kranballett und von der Grube hinterm Haus. Wer in diesen Wochen an der Baustelle vorbeikommt, dem fällt der...
