«Die großen Vektoren sind Mozart und Strauss...»
Herr Pereira, wie reagieren Sie auf das Reizwort «Olivetti»?
Sehr positiv. Ich bin dankbar, dass ich zwölf Jahre bei dieser Firma arbeiten konnte. Außerdem habe ich nebenher ja etwas Künstlerisches getan, ich habe Gesang studiert. Aber wenn ich nicht bei Olivetti gewesen wäre, hätte ich es weder geschafft, das Konzerthaus in Wien finanziell zu sanieren noch die Zürcher Oper.
Ich denke, ich könnte heute ohne diese Erfahrungen, Olivetti, sieben Jahre Konzerthaus, einundzwanzig Jahre Zürcher Oper, auch die wirtschaftliche Situation der Institution Salzburger Festspiele nicht so klar sehen.
Stört Sie die verbreitete Meinung, Sie hätten Ihre Salzburger Position vor allem der Fähigkeit zu verdanken, Sponsorengelder aufzutreiben?
Nein, überhaupt nicht. Es ist ja eine meiner Stärken, dass ich nicht nur von künstlerischen Projekten träume, sondern mir zugleich überlege, ob und wie ich diese mit der Realität verbinden, also finanzieren kann. Und in Zeiten wie diesen ist das ein sehr wichtiger Zugang. Ich muss auch den Durchblick dafür haben, warum so eine Institution gegen die Wand fahren könnte und dies scheinbar niemand merkt. Der Staat höhlt sie Jahr für Jahr aus. Diese Situation muss ich ...
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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Gerhard Persché
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