Des Menschen Unglück ist der Mensch

Adams: Doctor Atomic Straßburg / Opéra national du Rhin

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Der Weg von Los Alamos nach Hiroshima führt durch ein Labyrinth von Formeln. Physikalisch gesehen – und bildlich in dieser Inszenierung. Weniger als ein Monat lag zwischen dem erfolgreichen Nuklearwaffentest der USA im Juli 1945 und den verheerenden Atombombenabwürfen der Amerikaner auf Hiroshima und Nagasaki. Ein ­Menetekel der Menschheitsgeschichte.

Beklemmend spürbar wird das in Lucinda Childs’ Inszenierung der 2005 in San Francisco uraufgeführten John Adams-Oper «Doctor Atomic» an der elsässischen Opéra national du Rhin. Gegen Ende steht der moderne Zauberlehrling J.

R. Oppenheimer vor den auf schwefelgelben Hintergrund projizierten Konturen des Friedensdenkmals in Hiroshima, bedrängt von als Japaner ausgewiesenen Untoten (Bühne und Kostüme: Bruno de Lavenère).

Dass die amerikanische Regisseurin ihre Wurzeln in der Choreografie hat, ist an dieser Stelle deutlich spürbar. Es ist kein Tanz der Atome; aber das, was Childs in ohnmächtigen, entsetzten Gesten und tieftraurig-poetischer Ästhetik in Szene setzt, zeugt von großer Empathie für die Opfer. Im Gegensatz zur ebenso bemerkenswerten Karlsruher Produktion ein Vierteljahr zuvor (siehe OW 3/2014) wirkt die französische ...

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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Alexander Dick

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