Der Unsichtbare
Herr Pearson, welche Aufgaben hat eigentlich ein Korrepetitor?
Die Vorbereitung der Sänger in allen Aspekten: korrekte Intonation, Rhythmus, Notenwerte, Phrasieren, Atmen, Dynamik, Text, Aussprache, einfach alles. Nach 39 Jahren im «Business» traue ich mir auch ein Urteil über die Gesangstechnik zu, schlage vor, was besser gemacht werden könnte. Und es hilft, wenn man die Partituren sehr gut kennt, die Orchestration etwa, um den Sängern sagen zu können, wo sie etwas mehr geben müssen, wo sie «sparen», sich zurückhalten dürfen.
Natürlich muss der Repetitor auch die Klavier-Bühnenproben spielen. Das erfordert große Flexibilität; in Wien machen wir manche Werke manchmal mit zwei, drei verschiedenen Dirigenten, die völlig unterschiedliche Auffassungen haben, Tempi, Dynamik und so weiter, darauf muss man sich einstellen können. Und im Grunde sollten auch Korrepetitoren, die nie Dirigent werden wollten – wie ich – im Stande sein, eine Vorstellung vom Dirigentenpult zu retten.
Haben Sie ein Dirigierstudium absolviert?
Ein spezifisches Studium nicht. Die basics habe ich am London Opera Center gelernt. Aber noch mehr habe ich von der Praxis profitiert, in Coburg und Heidelberg, wo ich ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Gerhard Persché
Jahrzehntelang bekamen Regisseure, die schöpferisch mit klassischen Werken umgehen, zu hören, sie sollten doch lieber neue Stücke schreiben. Genau das ist jetzt beim dritten «Infektion!»-Festival der Berliner Staatsoper geschehen. Seine beiden repräsentativen Uraufführungen sind Opern über Opern. Claus Guth und Helmut Oehring haben im Schiller Theater Henry...
Kurz vor dem Ende der letzten Spielzeit hatte es nach chaotischem Vorlauf doch noch geklappt: Der Sieben-Stunden-Kurz-«Ring» des Teatro Colón ging mit großem Tamtam über die Bühne (siehe auch Seite 32). Doch waren es in den Medien weniger beachtete Produktionen, die in Buenos Aires für frische Opernerlebnisse sorgten: Enescus «Oedipe» und Szymanowskis «Hagith»...
Die Königin der Nacht: mochte sie nicht («Keine Chance, aus der Figur etwas zu machen», sagte sie unlustig im Vorfeld der Salzburger «Zauberflöte» von Achim Freyer im Jahr 1997). Blondchen: mochte sie auch nicht. Überhaupt: Es gebe sehr wenige Rollen für sie, mit ihrer kleinen Stimme. Und jetzt, mit 48, denkt sie ans Aufhören. Juliette? Lucia? Adina? «In meinem...
