Der Anfang ist gemacht
Normalerweise sind Gesangwettbewerbe eine Sache für Frack und Abendkleid. Die Teilnehmer präsentieren sich mit einem mal mehr, mal weniger vorgegebenen Arien-Reigen, wobei natürlich laut Statuten immer die «ganze» Persönlichkeit bewertet wird. Im süd-ungarischen Szeged fand jetzt erstmals ein Wettbewerb statt, der darüber hinaus will. Neunzehn Finalisten waren dort in fünf Opernproduktionen zu erleben, meist in Hauptrollen und keineswegs im Standardrepertoire. Das ist, zunächst einmal, ein Meisterwerk der Logistik.
Hauptverantwortlich dafür ist Agnes Havas, die mit ihrer kleinen Gesellschaft Armel Productions dort Initiative ergreifen will, wo die Oper in Ungarn meist noch immer schläft: Abseits der üblichen Ausstattungsschinken will sie die Gattung als zeitnahe, impulsgebende, gesellschaftsbezogene Kraft erfahrbar machen. Ein erster Versuch war «Le Balcon» von Peter Eötvös gewidmet. Für den Wettbewerb hat Havas viele Verbündete gefunden. Nur acht Prozent der Kosten kommen vom Staat, die Liste der Sponsoren ist lang. Szeged stellt kein Geld zur Verfügung, aber sein Nationaltheater: ein schmuckes, unlängst renoviertes Helmer&Fellner-Schlösschen aus dem Jahr 1883. Wichtigste ...
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Ein Publikumsmagnet sollte die neue «Lustige Witwe» der Semperoper werden – und schaffte es am Ende nur auf einen Platz unter den Ärgernissen des Jahres in der Kritikerumfrage der «Opernwelt». Nur das MDR-Fernsehballett verhinderte am Abend des 21. Dezember 2007 ein Totalfiasko der Premiere, die zeitversetzt am gleichen Tag von arte übertragen wurde (siehe OW...
Gleich vorweg: Dies ist eine Aufführungskritik. Sie beschäftigt sich mit der jüngsten Premiere der Deutschen Oper Berlin und nicht mit der Frage nach einer Vertragsverlängerung von Kirsten Harms oder der hauptstädtischen Opernsituation. Beides miteinander zu verknüpfen, ist so leicht wie unsinnig. Wir wünschen also vorweg der Deutschen Oper eine sichere und...
«Nun haben Dilettanten aus Florenz / Aus heidnischen antiken Schriften / Sich Theorien künstlich ausgedacht. / Nach denen wird fortan Musik gemacht», lässt Hans Pfitzner den Protagonisten seiner Oper «Palestrina» singen, nachdem dessen Schüler Silla sich als Anhänger des «Stile nuovo» deklarierte.
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